Präventionsaktion : Führerschein für 96 Kita-Kinder

96 Kita-Kinder wissen jetzt, wie sie sich richtig im Straßenverkehr verhalten müssen und stellten sich zum gemeinsamen Erinnerungsfoto auf – die Polizisten Ingo Köhler (rechts) und Jörg Neumann (oben, mit Handpuppen) betreuten das Projekt.
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96 Kita-Kinder wissen jetzt, wie sie sich richtig im Straßenverkehr verhalten müssen und stellten sich zum gemeinsamen Erinnerungsfoto auf – die Polizisten Ingo Köhler (rechts) und Jörg Neumann (oben, mit Handpuppen) betreuten das Projekt.

Projekt der Polizei: Schon die Kleinsten lernen spielerisch das richtige Verhalten als Fußgänger / Fünf Wochen wurde emsig gelernt

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08. Juli 2015, 08:30 Uhr

Neumünster | „Alle Kinder hier im Land bleiben vor dem Kantstein stehen, schauen erst nach links, nach rechts, nach links, bevor sie gerade über die Straße gehen“: Erzieherin Tina Jensen von der Kita Wasbek stimmte mit ihrer Gitarre das Fußgänger-Lied an, und alle Kinder sangen mit und zeigten mit den Händen nach rechts und links. Mit Musik und Puppentheater wurde gestern die Übergabe von Fußgänger-Führerscheinen an 96 Kita-Kinder im Kindergarten der Anscharkirche gefeiert.

Seit 2009 findet dieses Projekt des zweiten Polizeireviers statt. Seitdem haben etwa 350 Kinder den Führerschein in der Tasche, schätzt Polizeihauptmeister Ingo Köhler vom zweiten Revier, der mit seinem Kollegen Jörg Neumann das Projekt betreut. Fünf Wochen lernten die Kinder, was sie alles als Fußgänger beachten müssen: Das Überqueren von Straßen, Zebrastreifen und Ampeln, das Erkennen von Verkehrszeichen und dass sie ihren Namen, ihre Anschrift, ihr Alter und die Telefonnummer sagen können. Auch das Thema „Geräusche“ war ein Punkt: „Wir bringen ihnen bei, dass sie ein Auto, einen Laster oder einen Traktor hören und erkennen, dass sich da ein Fahrzeug nähert“, sagt Köhler. Und klar war, dass man mit einer grellgelben Weste von den Autofahrern viel besser schon von Weitem erkannt wird. Geübt wurde nach der Theorie auf dem Verkehrsübungsplatz am Jugendspielplatz.

„Das war nicht schwer“, war die einhellige Antwort der Kinder der Kita Bugenhagen. Aber es war doch viel zu lernen, vor allem links und rechts zu unterscheiden, war nicht einfach. „Wir haben mit bunten Bändern an den Armen oder Stempeln gearbeitet, damit sich die Kinder das leichter merken“, sagten die Erzieherinnen. Auch Handynummern waren eine Herausforderung. „Alle haben sich unterstützt, nahmen auch diejenigen an die Hand, die das nicht so leicht lernten“, sagt Kristin Walle, Leiterin der integrativen Kita der Lebenshilfe. Denn wie bei einem „echten“ Führerschein auch gab es eine Prüfung – und die entsprechende Aufregung. „Manche sagten, dass sie doch eben noch wussten, wo sie wohnten. Und wenn sie sich dann beruhigt hatten, fiel es ihnen wieder ein“, sagt Ingo Köhler lachend.

Mit dabei war auch Puppenspieler Hans-Peter Firniß von der Handpuppenbühne der International Police Association, Verbindungsstelle Lübeck, der mit seinen Figuren gleichermaßen unterhaltsam und informativ den Kindern etwas vorspielte. Mit dem schräg aussehenden Vogel Adacus war Annett Knuth vom ADAC Schleswig-Holstein dabei. Die Moderatorin für Verkehrssicherheitsprogramme gab den Kindern im Rahmen des ADAC-Projektes „Aufgepasst mit Adacus“ lehrreiche Tipps. Sie und Firniß waren dann beim abschließenden Foto dabei – für jedes Kind gab es Erinnerungsfotos, und zum Abschluss wuselten alle Kinder zum Spielplatz vor der Anscharkirche für das große Finale. Insgesamt 96 Kinder erhielten den Fußgänger-Führerschein – vom St. Elisabeth-Kindergarten, von der integrativen Lebenshilfe-Kita, der Kleinen Arche der Versöhnungskirchengemeinde, dem Anschar-Kindergarten, dem Kindergarten Bugenhagen und der Kita Wasbek. „Wir setzen darauf, dass sich die Kinder in der Schulzeit an den Führerschein erinnern und sich danach verhalten. Damit haben wir schon einen Erfolg erzielt“, sagte Ingo Köhler.

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