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Frühjahrskonzert zwischen Melancholie und Freude

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wie sich Melancholie und gute Laune musikalisch ergänzen können, zeigten Julian Redlin und Jörn Boysen beim dritten Frühjahrskonzert, diesmal in der kleinen und heimeligen Brügger St.-Johannis-Kirche. Konzentriert und mit unnahbarer Eleganz erklang das geheimnisvolle Cembalo, mit Würde und Grazie zum Klingen gebracht. Grabestief und mit elegischer Schwermut hörte man dazu die Stimme des Sängers. Leichte Kost war das für die 50 gebannten Zuhörer nicht, auch weil das „Lamentationes Jeremiae prophetae“ von Johann Rosenmüller keine Komposition zum heiteren Entspannen darstellt, sondern vielmehr die textlich versierte und musikalisch weitverzweigte Interpretation eines Klageliedes des Propheten Jeremias ist. Peter Philips’ „Pauna Dolorosa“ zeigte danach Jörn Boysen in höchster Konzentration und Eleganz beim Spielen der Zimbel.

Schön, dass die „Chaconne de Mr. Lully“ von Jean-Henri d Ánglebert mit höfischem Tanzflair und die schelmische Ode „Vom Küssen“ von Andreas Hammersciff in Brügge durchwehten.Und dieser Reigen feinsinniger Beziehungsweisen aus fernen Zeiten setzte sich zum Gefallen der Zuhörer nach der Pause fort, wo auch mit Franz Bendas „Der Ehre stolzer Glanz“ und sogar dem als formal streng bekannten Carl Philipp Emanuel Bach die heitere Seite bei dessen Werk „Die Küsse“ entlockt wurde. Herzlicher Applaus quittierte dann diesen Einstieg ins Osterfest.

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