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Tasdorf : Frühes Pflanzenwachstum fordert die Landwirte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Gerste hat bereits Grannen. Bauern berieten bei Feldbegehung über Schädlinge und Pflanzenschutz.

Tasdorf | Jetzt heißt es bei der Düngung und beim Pflanzenschutz den richtigen Riecher zu haben. Das wurde während der Begehung der Landwirte vorgestern Abend der Tasdorfer Feldmark klar.

Von Septoria tritici (Erreger der Blattdürre auf Weizen), Uredien (Sporenlager bei Rostpilzen) oder Concert, Dirigent und Artus (alles Pflanzenschutzmittel) war die Rede: Ein wenig hörte sich das Gespräch am Feldrand nach wissenschaftlicher Exkursion und moderner Hexenküche an. Dabei drehen sich die Gedanken nur um die nächste Ernte von Gerste, Weizen, Roggen und darum, was die kommenden Wochen und Tage auf dem Acker noch zu tun bleibt, um gute Ergebnisse einfahren zu können.

„Ist das ein Ei von einem Getreidehähnchen?“ Die Frage nach dem Getreidekäfer konnte vor Ort nicht mit Sicherheit beantwortet werden. „Wo steckt die Ursache für die gelben Blattspitzen? Was ist mit dem einzuhaltenden Abstand zu Fließgewässern?“ Der Fragenkatalog zum Thema Pflanzenschutz ist heutzutage lang. „Es gibt viele Kleinigkeiten zu beachten“, weiß Kammerberater Asmus Klindt, Pflanzenschutzberater der Landwirtschaftskammer. Und auch die 20 Landwirte aus dem Verband Landwirtschaftlicher Fachbildung Neumünster, die sich zu der Feldbegehung in Tasdorf trafen, sind zum Teil alte Hasen, die das Spiel um Düngermengen, Pflanzenschutzmittel und Wind und Wetter kennen. „Trotzdem sind die gemeinsamen Feldbegehungen wichtig“, meinte Rainer Solterbeck, Vorsitzender des Verbandes und Landwirt aus Großharrie. „Als hätte ein Bauer im Frühjahr nicht auch so jede Menge zu tun, ist allein das Thema Pflanzenschutz heute so komplex, dass der Austausch und die Beratung schlichtweg wertvoll sind“, sagte Solterbeck. Nicht jedes Pflanzenschutzmittel könne überall sinnvoll eingesetzt werden und mitunter müsse erst einmal die richtige Kombination gefunden werden. Gerste, Raps und Winterweizen sind dieses Jahr gut über den Winter gekommen. Nur wenige Tage mit sogenannten Kahlfrösten ohne Schnee hatten das Getreide unter Stress gesetzt. „Davon haben sich die betroffenen Bestände aber weitgehend erholt“, meinte Asmus Klindt beim Blick auf die Getreidefelder rund um Tasdorf. Vor zwei Wochen hatten sich die Landwirte schon einmal auf den Weg gemacht, um Gerste, Weizen, Raps und jetzt auch den Mais unter die Lupe zu nehmen.

Grund für die kurzfristigen gemeinsamen Feldbegehungen ist das derzeit schnelle Wachstum. Jetzt kommt alles zusammen, meinten die Landwirte. Den letzten Mais pflanzen, die erste Grassilage einfahren, Dünger streuen, den Himmel im Auge behalten und je nach Wetterlage mitunter sehr schnell reagieren – jede Fahrt über den Acker kostet Zeit und Geld und besonders Zeit sei jetzt knapp.

„Dass die Gerste bereits vor dem 10. Mai Grannen bildet, ist nicht so selten in Schleswig-Holstein“, meinte Heiner Staggen vom Kreisbauernverband Plön. Trotzdem sei die Vegetation weit vorangeschritten.

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