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Holsteinischer Courier

15. Dezember 2017 | 05:49 Uhr

Fröhliches Räuberzählen auf der Bühne

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Weihnachtsmärchen „Ali Baba und die 40 Räuber“ ließ keine Wünsche offen / Nur 200 kleine Gäste beim Auftakt im Theater

von
erstellt am 11.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Weihnachten kann nicht mehr weit sein, denn es ist Märchenzeit im Theater in der Stadthalle. Die Nachmittagsvorstellung am Sonntag gehörte traditionsgemäß den Kindern, Eltern und Großeltern, die gemeinsam die ersten Theatererfahrungen sammeln möchten. Schade, dass sich am 2. Advent nur knapp 200 Besucher dafür Zeit genommen hatten.

Bis zum morgigen Mittwoch wird das Haus aber sicher voll sein, denn dann „besetzen“ Kindergärten und Grundschulen den Zuschauerraum, um „Ali Baba und die 40 Räuber“ zu erleben. Das Landestheater Burghoftheater aus Dinslaken gastierte zum zweiten Mal in Neumünster. 2012 erfreute der schlaue „gestiefelte Kater“, in diesem Jahr der arme Holzsammler Ali Baba, der am Ende mit Hilfe eines klugen Mädchens sein Glück macht.

Zufällig belauscht Ali Baba die Räuberhauptmänner der berüchtigtsten Räuberbande des ganzen Orients. Er weiß nun, wo das geklaute Gold versteckt wird und kennt den Spruch, der die Schatzkammer öffnet. Da Ali Baba nicht besonders gut im Behalten ist, muss ihn das junge Publikum beim Wiederfinden der richtigen Zauberformel tüchtig unterstützen. Der Spruch heißt natürlich „Sesam, öffne dich!“ und bringt Ali Baba einige Beutel Gold ein, mit denen er die reizende Sklavin Morgiane von seinem reichen, fiesen Bruder Kasim freikauft und am Ende ganz für sich gewinnt.

Den Text der Märchenaufführung, die für Kinder ab vier Jahren geeignet ist, schrieb Stefan Ey frei nach Motiven aus 1001 Nacht. Er führte auch Regie, die eingängige Musik schrieb Gerhard Kappelhof, und Harry Behlau entwarf die Ausstattung. Die knappen Szenen waren dramaturgisch durchdacht und gut verständlich. Sie ließen schnelle Verwandlungen von der Wüste in eine Stadt oder in die Schatzkammer der Räuber zu.

Nur sechs Schauspieler, die sich mehrmals umziehen mussten, deckten alle Rollen ab. Durch die Handlung führte eine Erzählerin (Lara Christine Schmidt), die auch als resolute Morgiane erfreute. Ali Babas Macho-Bruder Kasim (Marco Pickart Alvaro) trat auch als Polizist auf, der die Räuber dingfest macht.

Amüsant waren die ungleichen Anführer der Räuberbande: laut, brutal und dominant polterte Carlo Sohn als Ali über die Bühne; friedfertig, sanft und blumenliebend erspielte sich Christoph Bahr als sein Bruder Beli viele Sympathien. Daniele Nese füllte die Rolle des Ali Baba gut aus: zunächst etwas tüffelig und unentschlossen, wurde er im Laufe der Handlung ein selbstbewusster junger Mann, dem man sein Glück gönnte.

Erfreuen konnten sich die kleinen Zuschauer auch noch an einem Dromedar (ein Höcker!) und einem Trampeltier (zwei Höcker!), und selbstverständlich wurden auch die 40 Räuber alle einzeln in einem amüsanten Durchlauf gezählt.

Nach 60 spannenden wie amüsanten Minuten applaudierten die kleinen Besucher nur zu gerne der Märchenfigur Ali Baba und seinen Mitspielern.




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