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Poetry Slam : Fröhliche Wortspielerei mit Tiefgang

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Beim neunten Poetry Slam im Statt-Theater hatten die Frauen das Nachsehen / Mit der Baumarkt-Roller-Gang aufs Siegertreppchen

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2013 | 06:30 Uhr

Wortfechter, auf die Bühne! – Bereits zum neunten Mal starteten junge Nachwuchspoeten aus der Region jetzt im Statt-Theater am Haart mit selbst verfassten Träumen, erlebten Wahrheiten oder selbstironischen Tragödien in einen überaus kurzweiligen Dichterwettstreit. Sechs junge Männer und drei Frauen, alle aus Hamburg und Lübeck, stellten sich angespornt von Publikum und Moderator David Friedrich, dem Poetry Slam – und einer aus dem Publikum gewählten Jury.

Auch wenn Friedrich zum Auftakt feststellte, dass „der Markt auf Wut Hass und Depression setzt“, griffen beispielsweise Mona Harry, Dirk Anetzberger oder Joanne Dietze zu Themen wie Freundschaft, Liebe und Erwachsenwerden. Natürlich waren auch die „Wutigen“ dabei wie Paul Feyfar als böser Wikinger mit „Auge um Auge“ oder Helge Albrecht mit einer schier unendlichen Geschichte über Gebrauchsanweisungen.

Sie alle boten eine erstaunliche Mischung von Rap bis Lautmalerei, von purem Ulk bis reiner Wahrheit und das Publikum zwischen 15 und 75 applaudierte teilweise schon ekstatisch. Und die Preisrichter, die zu niedrig in die Punkte griffen, wurden ausgebuht. Es war einfach eine tolle Stimmung im ausverkauften Haus. „Wir sind das erste Mal dabei und sind begeistert. Dass sie ihre Gefühle so herausbringen ist erstaunlich“, sagten Heidemarie (71) und Helge Neubauer (76). Sie fanden besonders die Wortakrobatik von Mona Harry ganz toll. „Wahnsinn“, war spontan aus dem Publikum zu hören, aber die Jury entschied sich für die Männer. Die drei Damen kamen nicht ins Finale.

Die meisten Punkte erreichte Matti Seydel, der mit seiner ersten Liebesbeziehung „bei der wir uns unkoordiniert rieben“ das Publikum auf seiner Seite hatte. Dirk Anetzberger brachte mit super starken Emotionen das Leid der Liebe auf die Bühne. Helge Albrecht wollte unbedingt noch eine Gebrauchsanweisung für und „den Löffel in die Müslipackung“.

Dafür bekamen sie im Finale einen zweiten Auftritt: Anetzberger ergriff Partei für die Gesellschaft, „die in der Seele verbrannt“ ist. Die Lacher auf seiner Seite hatte Helge Albrecht mit seiner Baumarkt-Roller-Gang. Und Matti Seydel outete sich als Mann „mit Takt aber nicht mit Rhythmus“. Albrechts Roller-Gang erhielt den meisten Beifall, und er durfte sich als Sieger feiern lassen.



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