zur Navigation springen

Neue Grabflächen : Friedhof schafft Öko-Ruheforst

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der neue Themengarten im Südfriedhof mit Platz für bis zu 400 Urnengräber soll bis spätestens 1. Mai fertig sein.

Neumünster | Die Arbeiten an dem neuen Ruheforst auf dem Gelände des Südfriedhofs kommen gut voran. Hinter dem Gezeiten-Café entsteht zurzeit auf einem 5000 Quadratmeter umfassenden Waldstück eine Anlage für bis zu 400 Urnengräber (der Courier berichtete). Vorläufiger Name: der „Wald“. Spätestens bis zum 1. Mai soll er fertig sein.

Peter Lang, Leiter der kirchlichen Friedhöfe: „Wir versuchen, unter Berücksichtigung der vorhandenen Gegebenheiten, einen natürlichen Wald nachzubauen, der mit Anwachsen der Pflanzen auch ein Stück weit in Selbstorganisation gehen soll.“ So umgibt die Fläche bereits ein breiter Zaun aus Totholz, in dem Vögel und Kleintiere Unterschlupf finden. Waldstauden wie Ahornstab, Waldmeister und Farne sowie weitere Bäume kommen noch hinzu. 80 der 120 vorhandenen Bäume sollen Platz für jeweils fünf Urnengräber bieten. Die Urnen selbst werden aus Material bestehen, das sich nach maximal einem Jahr zersetzt, um die Belastung für den Boden so gering wie möglich zu halten. Statt Grabsteinen erhält jede der Fünfer-Urnengruppen ein so genanntes Seelenbrett aus Holz, auf dem Namen und Daten der Verstorbenen eingetragen werden.

Mit dem Fertigstellungstermin im Mai sei man auf Nummer sicher gegangen, erklärt der stellvertretende Friedhofsleiter Sönke Schroeder. „Bis April kann noch der Winter kommen. Das kann für Verzögerungen sorgen. Besonders für die Pflanzarbeiten darf der Boden nicht gefroren sein.“ In dieser Hinsicht hatte das Friedhofspersonal, das alle Arbeiten selbst vornimmt, bisher Glück. So konnten 25  000 Buschwindröschen-Schnittlinge eingepflanzt werden. In zwei Jahren werden sie ihre ganze weiße Pracht entfalten.

Zuvor wurde die Fläche von Unterwuchs befreit und eine neue Erdschicht eingebracht. Die mit Recyclingschotter bedeckten Wege sind schon begehbar – und auch tauglich für Rollator- und Rollstuhlfahrer, so Schroeder: „In vielen anderen Waldbestattungsplätzen ist das nicht möglich.“ Durch einen Bachlauf, über den eine Steinbrücke führt, soll später eventuell Wasser fließen. „Wir müssen schauen, ob wir dafür Strom in den Wald verlegt bekommen“, so Schröder. Ein Bereich in der Nähe ist für Sitzbänke vorgesehen.

Der „Wald“ reiht sich ein in die Riege der bereits vorhandenen Urnen-Themengärten des Friedhofs. Mit diesen folgt man zum einen dem anhaltenden Trend zur Urnenbestattung, die bei Neumünsters kirchlichen Friedhöfen seit Jahren etwa 80 Prozent ausmacht. Einen weiteren Grund für die Themengärten erläutert Schroeder: „Wir versuchen, den Friedhof in der Belegungsfläche zu zentralisieren.“ Denn nur 20 Prozent der 39 Hektar von Nord- und Südfriedhof sind zurzeit belegt. Die Konzentration der Gräber auf bestimmte Bereiche würde Platz machen für große Freiflächen, die einfacher und damit auch kostengünstiger zu pflegen wären. Hinderlich bei der Umsetzung sind allerdings die langen Laufzeiten der überall verteilten bestehenden Gräber. Lang: „Die Zukunft des Friedhofs könnte ein großer Park mit für die Stadt notwendigen Beerdigungsflächen sein.“
 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 08.Feb.2017 | 09:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen