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Sperrung Oderstrasse : Freie Zufahrt per Gerichtsbeschluss

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Autoteilehandel Kraft erwirkte an der Oderstraße eine Einstweilige Verfügung. Irritierende Beschilderung an der Plöner Straße

Neumünster | Helmut Kraft lässt seine Firma Friedrich Kraft nicht aussperren. Als Arbeiter gestern die Einfahrt von der Saale- in die Oderstraße sperrten, ließ er ein Schild anbringen: „Zufahrt Firma Kraft frei“. Und das klappte tatsächlich: Trotz Ankündigung einer vierwöchigen Komplettsperrung ist der Betriebshof der Firma an der Oderstraße 40, die mit Autoteilen und Industriebedarf handelt, nun weiterhin erreichbar.

Wegen der drohenden Aussperrung vom eigenen Gelände hatte Firmenchef Helmut Kraft einen Anwalt eingeschaltet (der Courier berichtete). Offenbar mit Erfolg. „Unserem Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung wurde stattgegeben. Das bedeutet: Die Zufahrt zu unserem Grundstück muss frei bleiben“, sagte Kraft. Das Verhalten der Stadtverwaltung nannte Kraft „völlig unkoordiniert und unfreundlich“. Das Unternehmen Friedrich Kraft gebe es schon seit 111 Jahren und in dritter Generation. „Aber so etwas wie hier in Neumünster habe ich noch nicht erlebt“, sagte Kraft.

Für Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras ist das Ganze ein Missverständnis. „Die Firma Kraft bleibt anfahrbar. Das ist ihr auch schon in der vergangenen Woche so gesagt worden“, sagte der OB. Ihm ist das Signal wichtig: „Alle Firmen bleiben während der Bauzeit erreichbar – aber nur von einer Seite“, sagte Tauras. Die Oderstraße ist wegen Straßenbauarbeiten am neuen DOC-Parkhaus bis zum 19. September gesperrt. Hier wird die Verkehrsinsel abgetragen und eine neue Abbiegerspur gebaut. Fahrzeuge können trotz der Sperrung aber weiter in Richtung Saalestraße und über den Donaubogen zur Südumgehung abbiegen.

Die Stadt arbeite an einem Konzept, wie sie die Öffentlichkeitsarbeit verbessern könne, sagte Tauras. Da es sich um eine „private Baumaßnahme im öffentlichen Raum“ handele, sei in diesem Fall „die Baufirma für die Anliegerinformation zuständig, nicht die Stadt“.

Irritationen gibt es auch an der Plöner Straße, die seit gestern vom Sachsenring bis zur Stadtgrenze gesperrt ist. Hier begannen die Arbeiten zur Erneuerung der Fahrbahn – voraussichtlich bis Freitag, 28. August. Eigentlich sollen dabei laut Auskunft der Stadt die Firma Selck und der Friedhof erreichbar bleiben. „Aber an den Absperrbaken kommt doch gar keiner vorbei“, sagte Bestattungsunternehmer Lars Selck. Und die Beschilderung ist mehr als missverständlich: Folgt man den blauen Verkehrsschildern, die die Fahrtrichtung vorgeben, verbietet sich nämlich die Einfahrt in die Plöner Straße Richtung Friedhof. „Wir überprüfen das“, sagte Holger Schwark, der stellvertretende Fachdienstleiter für Ordnungsangelegenheiten.

 

 

 

 

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erstellt am 18.Aug.2015 | 08:00 Uhr

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