Rickling : Freibad-Brand: Junger Mann muss ins Gefängnis

Als die Feuerwehrleute eintrafen, schlugen ihnen schon die Flammen aus dem Gebäude des Ricklinger Freibads entgegen. Gestern wurde in Kiel vor dem Landgericht erneut verhandelt. Ein Brandstifter muss ins Gefängnis.
Als die Feuerwehrleute eintrafen, schlugen ihnen schon die Flammen aus dem Gebäude des Ricklinger Freibads entgegen. Gestern wurde in Kiel vor dem Landgericht erneut verhandelt. Ein Brandstifter muss ins Gefängnis.

Nach der Brandstiftung in Rickling wurde gestern am Kieler Landgericht die Berufung verhandelt.

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26. Juni 2015, 06:15 Uhr

Rickling | Einer der jungen Männer, die Mitte Oktober 2013 das Freibad in Rickling in Brand steckten und damit einen immensen Schaden anrichteten, muss hinter Gitter. Das ist das Ergebnis der gestrigen Berufungsverhandlung vor der 2. Strafkammer des Kieler Landgerichts. Damit ist die Entscheidung des Jugendschöffengerichts in Bad Segeberg, das im Februar eine Jugendstrafe von zwei Jahren und acht Monaten für angemessen gehalten hatte, rechtskräftig.

„Das Landgericht hatte zu prüfen, ob das Urteil des Amtsgerichts zu beanstanden ist“, erklärte Staatsanwalt Dr. Torsten Holleck. Weil sich aber unter anderem die Sozialprognose des 21–jährigen Angeklagten nicht zu seinen Gunsten verändert hatte, wurde ihm empfohlen, die Berufung zurückzunehmen, so der Anklagevertreter. Der junge Mann hatte offenbar auf eine Bewährung gehofft. Beim Strafmaß hatten auch frühere Taten eine Rolle gespielt.

Ein Komplize war vor dem Amtsgericht mit einer Jugendstrafe von einem Jahr und sechs Monaten davongekommen, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt worden war. Das Verfahren gegen einen dritten Beteiligten war bereits zuvor eingestellt worden.

Laut Anklage waren die Männer am 12. Oktober 2013 nachts in das Ricklinger Schwimmbad eingestiegen, um dort kostspielige Telefonate zu führen (der Courier berichtete). Um Spuren zu verwischen, verschütteten sie später Brennspiritus unter anderem auf Sitzauflagen und legten Feuer. Dann flohen sie durch ein Fenster.

Die Sanierungsarbeiten nach der Brandstiftung waren umfangreich. Im gesamten Umkleidebereich war vieles verbrannt, verschmort und verrußt. Der Schaden lag bei rund 120  000 Euro. Die Versicherung zahlte die Sanierung nach dem Feuer. Im Juni 2014 konnten die Ricklinger wieder in ihrem Freibad schwimmen.

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