Gewerbegebiet : Freesenburg-Anliegern stinkt es

Die Einkaufswagen aus dem Freesen-Center werden von den Lkw-Fahrern einfach am Kornstieg abgestellt.
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Die Einkaufswagen aus dem Freesen-Center werden von den Lkw-Fahrern einfach am Kornstieg abgestellt.

Müll und andere Hinterlassenschaften von Lkw-Fahrern im Gewerbegebiet sind ein Dauerärgernis. Parken ist am Kornstieg aber erlaubt

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23. Juli 2015, 12:00 Uhr

Neumünster | „No Truck Parking“ heißt es in englischer Sprache über  den Halteverbotsschildern für Lkw an der Straße Freesenburg.  Doch das hat das Problem  nur in die Nachbarstraße Kornstieg verlagert: Das Gewerbegebiet ist bei vielen zumeist ausländischen Lkw-Fahrern ein beliebter Anlaufpunkt zum Rasten und Einkaufen. Davon zeugt eine ganze Batterie von Einkaufswagen aus dem Freesen-Center, die die Brummi-Fahrer auf dem Grünstreifen vor den Firmen IMN und Glas Danker abgestellt haben. Gestern standen dort 20 Einkaufswagen, zu Spitzenzeiten sind es mehr als doppelt so viele.

Doch das ist für IMN-Geschäftsführer Thomas Ruge noch das geringste Ärgernis. „Störender ist, dass der Müll in die Büsche geschmissen wird und dass unsere Grünanlagen als Toilette benutzt werden“, sagt Ruge und spricht von wahren „Tretminen“. Die Lkw parkten so, dass der eigene Anlieferverkehr Probleme habe. 

„Ich habe schon die Polizei gefragt, was ich machen kann“, sagt Ruge. Doch: „Lkw dürfen da parken“, sagt Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Die Belästigungen durch Müll und Fäkalien seien eine andere Geschichte.

Es handelt sich wohlgemerkt nicht um Lkw, die Waren zum  Gewerbegebiet anliefern oder von dort ihre Auslieferungstour starten. Das Gewerbegebiet hat sich in der Fahrer-Szene seit ein paar  Jahren  als bequeme und ruhigere Alternative zur Autobahnraststätte oder zum Autohof  herumgesprochen. So wie auch bei Igor, der gestern dort parkte. „Ich mache hier nur eine kleine Pause“, sagte er in gebrochenem Englisch zum Courier. Der bulgarische Lkw-Fahrer einer Spedition kennt das Problem, will damit aber nichts zu tun haben.

„Für uns ist das eine echte Belästigung und schränkt uns in unserer Arbeit ein“, sagt Hannelore Schaumberg von Glas Danker. Vor allem an Freitagen sei es schlimm. „Die Lkw sind dann durch die Kühlaggregate so laut, dass man im Büro kein Fenster öffnen kann“, sagt sie. „Unsere Kunden finden keinen Parkplatz, wir selbst sind schon zugeparkt worden“, sagt Hannelore Schaumberg und nennt ein weiteres Problem: Die Straße werde von den Lkw kaputt gefahren und sei gerade erst neu gemacht worden. Ganz eklig findet sie die von den Fahrern zurückgelassenen Behälter mit Urin. Manchmal stünden auch bis zu 50 Einkaufswagen vor der Tür, sagt Hannelore Schaumberg. Sie rufe dann bei Real an, und die holten die Wagen zurück.

 „Für den Einkaufswagendienst ist das Centermanagement zuständig“, sagt Real-Marktleiter Ralf Bobert. Auch er ärgert sich. „Die Wagen sind teuer, werden zum Teil gestohlen oder als Grill zweckentfremdet und können danach nur noch verschrottet werden“, sagt Bobert.

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