Stromausfall : Freesen-Center musste schließen

Holger Heise von der Firma Max Huss (Foto) schaufelte das stark verkohlte Kabel frei.
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Holger Heise von der Firma Max Huss (Foto) schaufelte das stark verkohlte Kabel frei.

Ein Kabelbrand verursachte gestern einen „Blackout“ im Westen der Stadt. Die Polizei war über Festnetz nicht erreichbar.

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04. Juli 2015, 05:00 Uhr

Neumünster | Der unterirdische Brand eines 20  000-Volt-Kabels an der Kreuzung Wasbeker Straße / Liegnitzer Straße hat gestern Vormittag zu einem großflächigen Stromausfall im Westen der Stadt und in Teilen von Wasbek geführt. Nach Angaben der Stadtwerke waren etwa 1000 Haushalte und Firmen betroffen, darunter auch das Gewerbegebiet Freesenburg. Knapp zwei Stunden zwischen 8.30 Uhr und 10.30 Uhr kam kein Saft aus der Steckdose.

Das Freesen-Center schloss um 9 Uhr für rund 90 Minuten seine Türen. Mitarbeiter der Firmen informierten die Kunden über die Hintergründe. „Wir haben zwar Batterieanlagen für die Telekommunikationstechnik und ein Notstromaggregat, allerdings nur für die sicherheitsrelevanten Anlagen“, sagte Center-Manager Jens Fischer. Bei Real wurden die Kunden, die sich zum Zeitpunkt des Stromausfalls noch im Laden befanden, über zwei notstrombetriebene Kassen abkassiert. Für die Kühltechnik sprang im Warenhaus ein extra Dieselgenerator an. Trotz der Hitze seien daher keine Lebensmittel schlecht geworden, teilte der Markt mit.

Betroffen von dem Stromausfall war auch die Polizeidirektion an der Alemannenstraße. Durch die Stromschwankungen im Netz fiel dort um kurz vor 9 Uhr das zentrale Modem aus. Die Folge: Bis etwa 10.15 Uhr waren die Beamten über Festnetz nicht zu erreichen. Probleme habe es dennoch nicht gegeben. „Der Notruf 110 und die Handy-Verbindungen funktionierten“, sagte Sprecher Sönke Hinrichs.

Als um 8.34 Uhr die ersten Anrufe bei der Störungsstelle der Stadtwerke eingingen, machten sich Servicetechniker Matthias Lesch und viele weitere Kollegen mit Messwagen auf den Weg. Einen Fehler meldete zwar das Umspannwerk in Wittorf, schnell war jedoch klar, dass das eigentliche Problem in Faldera liegen musste. „Durch unsere Messungen konnten wir die Fehlerquelle dann auf die Liegnitzer Straße eingrenzen“, sagte Lesch. Um 11.30 Uhr hatten Jan-Erik Steffensen und Holger Heise von der Tiefbaufirma Max Huss den „Übeltäter“ in rund einem Meter Tiefe ausgegraben. Eine jahrzehntealte Stromleitung war auf rund 80 Zentimetern Länge komplett durchgeschmort. Beißender Brandgeruch stieg aus der Baugrube auf. „Ein Fremdverschulden können wir somit ausschließen. Ich gehe davon aus, dass die Leitung einfach aus Altersgründen schlapp gemacht hat“, sagte Lesch. Der Schaden soll Anfang kommender Woche behoben werden.

Lesch wies darauf hin, dass die betroffenen Haushalte normalerweise bei einem Stromausfall schneller wieder über andere Leitungen ans Netz gehen können. „Doch diesmal wurde in Wasbek nun gerade am Umspannwerk gearbeitet. Deshalb war eine Überbrückung von dort nicht möglich.“

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