Neumünster : Frauenpower im Finanzamt

Uta Geertz (von links) wurde von Finanzministerin Monika Heinold offiziell nach Bad Segeberg verabschiedet, Sonja Straßburg in ihr neues Amt eingeführt.
Uta Geertz (von links) wurde von Finanzministerin Monika Heinold offiziell nach Bad Segeberg verabschiedet, Sonja Straßburg in ihr neues Amt eingeführt.

Sonja Straßburg löste gestern offiziell Uta Geertz als Vorsteherin der Behörde ab und ist jetzt Chefin von 160 Mitarbeitern.

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03. Juni 2018, 08:30 Uhr

Neumünster | Das Finanzamt Neumünster hat seit gestern eine neue Vorsteherin: Sonja Straßburg (50) folgt auf Uta Geertz (49), die bereits zum 1. Februar die Leitung des Finanzamtes Bad Segeberg übernommen hat und zuvor vier Jahre lang in Neumünster tätig war.

Finanzministerin Monika Heinold verabschiedete sie und führte anschließend die zur Regierungsdirektorin beförderte Sonja Straßburg in ihr neues Amt ein. Sie übernimmt ein gut bestelltes Haus im „kleinen, aber feinen“ Finanzamt Neumünster , das mit 160 Mitarbeitern an den beiden Standorten an der Bahnhofstraße und der Sedanstraße das kleinste Finanzamt Schleswig-Holsteins ist.

Für Sonja Straßburg ist es (wie vor vier Jahren für Uta Geertz) die erste Karrierestufe als Finanzamts-Vorsteherin. Die verheiratete Mutter einer Tochter ist seit 2001 im Dienst der Steuerverwaltung und war nach Stationen in Schleswig, Kiel-Süd, Rendsburg und im Kieler Finanzministerium zuletzt als stellvertretende Leiterin in Rendsburg tätig.

Am Standort Neumünster mit viel Publikumsverkehr sei Kommunikationsstärke gefragt. „Diese Stärke bringen Sie mit“, sagte Ministerin Monika Heinold und nannte in diesem Zusammenhang Straßburgs Tätigkeit als Dozentin an der Verwaltungsfachhochschule in Altenholz.

Die Finanzministerin verhehlte nicht, dass der Wettbewerb um Fachkräfte auch für die Finanzbehörde schwieriger geworden sei. Bürger seien zu Recht empört, wenn gerade große Unternehmen Lücken im Steuerrecht zur Steuervermeidung ausnutzten. Schleswig-Holstein wolle erreichen, dass Steuerberater den Gesetzgeber auf solche Gestaltungsmöglichkeiten hinweisen. Bis Januar sollen erste Ergebnisse vorliegen.

„Frauen in Führung – in Schleswig-Holstein ist das gute und gelebte Praxis“, so Monika Heinold. Uta Geertz folgte in Bad Segeberg auf Sabine Bartels, die schon in Neumünster ihre Vorgängerin war. Als besondere Verdienste von Uta Geertz wurde das Engagement für ein betriebliches Gesundheitsmanagement im Amt gewürdigt. In ihre Amtszeit fällt auch die Umsetzung eines Sicherheitskonzepts, ohne eine bürgernahe Verwaltung aufzugeben. Hintergrund war 2014 ein Vorfall in Rendsburg, wo ein Finanzamtsmitarbeiter von einem Besucher erschossen worden war. Sonja Straßburg sagte, ihr sei ein offener Kontakt wichtig, um das Handeln des Finanzamtes zu erklären und nachvollziehbar zu machen. Hauke Hansen sagte dafür die Unterstützung des Personalrats zu: „Hier kennt man sich, und hier hilft man sich. Wir haben hier echte Teamplayer.“

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