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Berufsfeuerwehr : Frauenpower bei der Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Julia Lützner und Birgit Rohark fühlen sich bei der Berufsfeuerwehr richtig wohl und werden im Einsatz nicht geschont.

Manchmal necken die männlichen Kollegen schon ein bisschen. Nach dem zum Glück glimpflichen Brand vor knapp drei Wochen auf dem Dachboden eines Mehrfamilienhauses an der Roonstraße zum Beispiel stellten sie Julia Lützner ein paar verkohlte Schuhe vor das Feuerwehrfahrzeug. „Das sind Deine neuen Einsatzstiefel“, raunte ein Kollege ihr grinsend zu. Doch die 26-jährige Brandmeisteranwärterin weiß damit umzugehen: „Das sind nur Späße. Und wer austeilt, muss auch einstecken können“, sagt sie selbstbewusst. Birgit Rohark (30) neben ihr nickt. „Wir sind hier voll integriert. Alle sind super nett.“ Julia Lützner ist seit März Feuerwehr-Azubi, Birgit Rohark wurde im August als ausgebildete Brandmeisterin und Drehleiter-Maschinistin eingestellt. Die beiden einzigen Frauen im Feuerwehrdienst bei der Berufsfeuerwehr sind mit ihren ersten Arbeitswochen mehr als zufrieden.

„99 Jahre kamen die professionellen Brandbekämpfer in Neumünster ohne weibliche Unterstützung aus. Nun haben wir eine Unbekannte mit Leben gefüllt“, so Sven Kasulke. Der Chef der Berufsfeuerwehr hat vor allem bei den Wachabteilungsleitern „ungeahnte Fürsorge im positiven Sinne“ entdeckt. Dabei werden die beiden Frauen keineswegs mit Samthandschuhen angefasst. Sie müssen bei den Einsätzen wie ihre männlichen Kollegen anpacken, Schläuche schleppen, Feuer bekämpfen oder Menschenleben retten. „Das beste Lob ist, wenn es danach keine Rückmeldung gibt. Und bisher gab es keine“, sagt Kasulke. Für Birgit Rohark ist das selbstverständlich: „In Uniform sind wir alle gleich, also müssen wir auch alle das Gleiche leisten.“

Einziges Problem bisher sind die fehlenden separaten Toiletten und Umkleideräume. Hier wurden in der Feuerwache an der Wittorfer Straße provisorische Übergangslösungen gefunden. Das Thema ist allerdings nur von kurzer Dauer. Schon im Herbst kommenden Jahres soll die Berufsfeuerwehr nämlich in die neue Feuer- und Rettungswache im Gefahrenabwehrzentrum ziehen. Dort ist dann viel Platz für die beiden Frauen, die ihre Karriere in Neumünster fortsetzen möchten.

Weitere Unterstützung ihres Geschlechts bekommen die Zwei allerdings vorerst nicht. „Bei den Bewerbern für 2014 waren nur drei Frauen. Und die sind alle an dem Sporttest gescheitert“, sagt Sven Kasulke.

 

 

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erstellt am 22.Okt.2013 | 11:30 Uhr

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