Konzert : Französische Weihnacht mit Überraschung

„Tollite hostias“ von Camille Saint Saens boten der Chor und die Streicher gemeinsam dar.
„Tollite hostias“ von Camille Saint Saens boten der Chor und die Streicher gemeinsam dar.

Auf die 300 Besucher warteten am Sonntagabend in der Anscharkirche Vielfalt und Abwechslung. Auftakt bildete die Fanfare „Te Deum“

shz.de von
23. Dezember 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | Die Prélude „Te Deum“ gehört zu den bekanntesten Melodien Europas. Als Eurovisions-Fanfare erklingt sie seit fast 50 Jahren vor populären Fernsehsendungen, täglich wird sie um Mitternacht im Radio gespielt, und am Sonntagabend war sie erstmals in der Anscharkirche zu hören.

Als Auftakt der „Französischen Weihnacht“ begrüßte der Anschar-Bläserkreis die 300 Besucher in der gut besetzten Kirche mit der Fanfare und ließ mit dem 1692 von Marc-Antoine Charpentier komponierten Werk auf einen ungewöhnlichen Konzertabend hoffen. Die Belohnung folgte auf dem Fuße. Als „Les anges dans nos campagnes“ auf dem Programmzettel aufgeführt, stimmten der Anschar-Chor und die Streicher des Sinfonieorchesters der Musikschule Neumünster „Hört der Engel helle Lieder“ an.

„Was kaum jemand weiß: Das bekannte Weihnachtslied stammt aus Frankreich. Als eines der wenigen französischen Lieder hat es einen festen Platz in unseren Kirchengesangsbüchern“, erklärte Sven Thomas Haase, der Kantor der Anscharkirche. Als Gesamtleiter des Weihnachtskonzerts führte Haase kenntnisreich durch das vielfältige Programm, trat als Dirigent und Organist in Erscheinung und unterstützte den Bläserkreis auf der Trompete.

Auch die Reihenfolge des Programms war von Vielfalt geprägt. Auf das Weihnachtslied „Noel nouvelet“, vorgetragen von Chor und Streichern, setzten die Bläser zum „Chant liturgique“ an, bevor die Sänger dem Kind in der Krippe „Entre le boeuf et l‘âne gris“ huldigten. Mehrstimmig jubilierend gelang es dem Chor, das Christkind auf wunderschöne Weise zu preisen. Einen weiteren Höhepunkt des Abends stellte die Geschichte „Les Rois Mages“ (Die Könige aus dem Morgenland) dar.

Pastor Stefan Bemmé las den 1998 von dem französischen Schriftsteller Michel Tournier veröffentlichten Text rund um die entbehrungsreiche Suche eines Prinzen nach dem Heiland in zwei Teilen vor, denn auf dem Programm stand „Pause mit französischem Gebäck und Gewürztee“. Beides hatten die Chormitglieder vorbereitet, und beides wurde von den Besuchern gerne angenommen, bot sich hier doch eine Möglichkeit der Zusammenkunft und des Austauschs.

„Eine wunderbare Veranstaltung“, lautete die einhellige Meinung bereits zur Pause. Diese Einschätzung sollte sich auch in der zweiten Hälfte nicht ändern, als Sven Thomas Haase wieder auf die Empore stieg, als Chor, Bläser und Streicher weitere Werke unserer Nachbarn zum Besten gaben und als die Besucher zum Abschluss gemeinsam mit den Musikern „Hört der Engel helle Lieder“ anstimmten.

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