Gross Kummerfeld : Franz, Frankie und die Frauen

Sehr unterhaltsam und berührend verwob Norbert Alich Satire und Gesang.
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Sehr unterhaltsam und berührend verwob Norbert Alich Satire und Gesang.

Norbert Alich vergleicht Schubert und Sinatra.

shz.de von
24. Juli 2015, 17:00 Uhr

Gross Kummerfeld | Sie trennen über 200 Jahre, mehrere Millionen Dollar und Erfolg bei den Frauen: Franz Schubert aus Wien und Frank Sinatra aus Kalifornien hatten völlig verschiedene Leben. Der Kabarettist, Sänger und Schauspieler Norbert Alich hat die beiden Unsterblichen der Lied-Szene am Mittwochabend den rund 170 Besuchern der Kleinkummerfelder Kuhstall-Konzerte singend und erzählend vorgestellt.

„Es gibt Parallelen zwischen Franz und Frankie, das hat mich immer beschäftigt“, meinte der Rheinländer Alich. So war der Lebemann aus Amerika ein Schubert-Fan und hat seine Stimme an dessen Liedern geschult, allerdings nicht öffentlich. „Einmal hat er das Ave Maria vor Eleanor Roosevelt gesungen“, so Alich, aber aus Gründen der Popularität habe sein Manager das unterbunden. Mehr als dieselben Initialen und weltweite Bekanntheit scheinen die beiden Künstler nicht gemeinsam gehabt zu haben: Der Amerikaner war reich, wurde alt, hat kein einziges Lied selbst komponiert und genoss schon zu Lebzeiten seinen Ruhm. Der Wiener lebte und starb arm, war kurzfristig gefeiert und hat in seinem 31-jährigen Leben sehr viel komponiert. Während der eine mehrfach verheiratet war, hatte der andere kaum Kontakt zu Frauen, ein Bordellbesuch verschaffte Schubert vermutlich die Syphilis, an der er starb. Gemeinsam waren beiden Künstlern schwierige Liebesbeziehungen: „Frauen waren das Schwergewicht im Leben beider Männer“, erklärte Norbert Alich. Spannend und vor allem äußerst bildlich schilderte Alich die unerfüllte Liebe Schuberts zu einer Klavierschülerin und verwob seine Biografie mit der des lyrischen Ichs aus der bekannten „Winterreise“. Mit Leidenschaft und Witz sang Alich abwechselnd Schubertiaden und Frankie-Boys Hits, fantastisch am Klavier begleitet von Stefan Ohm. Das Publikum war begeistert und spendete viel Applaus, Pfiffe und Bravo-Rufe.

„Eine schöne Idee, die beiden Künstler zu vergleichen“, fand das Ehepaar Monika und Hans-Jürgen Kähler aus Ehndorf. „Norbert Alich erzählt witzig. Und die gesamte Atmosphäre hier ist sehr nett und persönlich. Wir fahren gerne hierher.“

Heute Abend gibt es am Holtdamm 3 in Kleinkummerfeld um 19.30 Uhr das große Gospelkonzert mit Volker Dymel and his Gospel Choirs. 


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