Frank Schepke: Der Olympiasieger erfüllte sich den Traum vom Biohof

Dr. Frank Schepke tritt als parteiloser Einzelkandidat bei der Landtagswahl an. Foto: Voiges
Dr. Frank Schepke tritt als parteiloser Einzelkandidat bei der Landtagswahl an. Foto: Voiges

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26. April 2012, 03:59 Uhr

Dr. Frank Schepke ist Landwirt mit Leib und Seele, aber den Traum vom eigenen Hof erfüllte sich der heute 77-Jährige erst mit 55 Jahren. Seitdem bewirtschaftet er von Beginn an ökologisch seinen Hof Seekamp in Löptin. "Damit habe ich mir einen Kindheitstraum erfüllt. Ich wollte schon immer einen Bauernhof haben", erzählt der geborene Königsberger.

Nach der Schulzeit in Kiel und einer landwirtschaftlichen Ausbildung studierte Schepke Landwirtschaft in Kiel und promovierte dort 1961 mit dem Thema "Rationalisierung in der Landwirtschaft". "Aber danach wollte mich keiner haben, und so habe ich einige Jahre deutschlandweit als Berater auf Höfen gearbeitet und Vorträge vor Bauernverbänden gehalten", erklärt er. Als dies dann nicht mehr lief, gründete der leidenschaftliche Ökonom kurzerhand eine erfolgreiche Gebäudereinigungsfirma in Bad Oldesloe. Zum guten Schluss kaufte er sich seinen Bauernhof dann aber doch noch. Hier sind Freunde und Familie, zu der zwei Söhne, eine Tochter und sieben Enkelkinder gehören, gern gesehene Gäste.

Wenn gekocht wird, dann bevorzugt der Öko-Landwirt heimische Kost vom eigenen Hof oder aus der Region. "Ohne Schnickschnack und industrielle Verarbeitung schmeckt es am besten", meint Schepke dazu.

Sportlich gesehen ist der passionierte Ruderer bei Weitem kein unbeschriebenes Blatt, wurde er doch im Achter unter anderem Europameister im Jahr 1959 im südfranzösischen Mâcon und errang olympisches Gold 1960 in Rom. 1961 wurde er zudem in Prag Europameister im Vierer mit Steuermann.

Auch heute noch legt er sich mit ehemaligen Kommilitonen aus der Kieler Studentenverbindung "ATV Ditmarsia" in die Riemen und lässt sich das Ruder auch sonst nicht gern aus der Hand nehmen.

Mit der Regionalwährung "Kann was" setzte Frank Schepke 2007 seine Interessen alternative Landwirtschaft und wirtschaftliche Zusammenhänge in die Praxis um. Rund 200 Mitglieder zählt der Verein Regionalgeld Schleswig-Holstein, dem mehr als 20 Partner, wie zum Beispiel Frisöre, Bioläden und Marktbeschicker, angeschlossen sind. "Der ,Kann was garantiert den fairen Handel zwischen Erzeugern, Dienstleistern und Verbrauchern", wirbt Schepke überzeugt.

Politisch argumentiert Frank Schepke gegen das Auseinanderdriften von Arm und Reich sowie für konsequenten Umweltschutz. Auch die Förderung der regionalen Landwirtschaft liegt ihm am Herzen. Einen Ansatz für die konjunkturelle Entwicklung sieht er auch in der Einführung eines "fließenden Geldes", indem Investitionen belohnt und das Horten von großen Geldmengen mit Gebühren belegt werden.

www.dr-frankschepke.de

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