Fracking: Kummerfelder wollen Sicherheit

Andreas Mattfeld
Andreas Mattfeld

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27. Mai 2015, 12:32 Uhr

Um über das umstrittene Thema des sogenannten Fracking (Erdgas- und Erdölgewinnung mittels chemisch gestützter Tiefenbohrungen) zu informieren, hatte die Groß Kummerfelder Gemeindevertretung am Dienstagabend ins Cumerveldhus eingeladen. Rede und Antwort stand den rund 60 Besuchern der CDU/CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt aus dem niedersächsischen Flecken Langwedel.

Der Politiker beschäftigte sich unter anderem aufgrund seiner Tätigkeit als dortiger Bürgermeister (2001-2009) seit 1991 mit der Thematik der Erdölförderung. Aus seiner Erfahrung heraus berichtete Mattfeldt über Entwicklungen und Umweltschäden, die sich im Zusammenhang mit der Ausbeutung der Vorkommen im Laufe der Jahre ergeben haben.

So habe es 2005 erstmalig den Verdacht gegeben, dass es einen Zusammenhang zwischen Erdgasförderung und aufgetretenen Erdbeben gebe. Zudem seien 2011 großflächige Boden-Verschmutzungen durch ausströmendes Benzol aus Lagerstättenwasserleitungen in Langwedel festgestellt worden. „Die Langzeitschäden für das ökologische System in 20 oder 30 Jahren sind dabei noch nicht abzusehen“, erklärte er.

Eben diese Umweltschäden sowie auch die heute noch nicht absehbaren wirtschaftlichen Folgen für das, zwar zurzeit ruhende, jedoch weiterhin existente Erlaubnisfeld „Bramstedt“ machten auch den Zuhörern besondere Sorgen. „Der Schutz der Umwelt ist doch das Wichtigste. Wir sind hier so dicht besiedelt, dass es in Schleswig-Holstein doch eigentlich gar keinen Platz für Fracking gibt“, hieß es aus der Versammlung.

Außerdem machten sich die Teilnehmer große Sorgen um die Kosten, die durch eventuelle Schäden an Häusern oder Bodenverunreinigungen entstehen könnten. „Wer zahlt denn, wenn ein Förder-Konzern pleite geht?“, war eine der vielen Fragen.

Nicht auf alle Fragen hatte Andreas Mattfeldt eine abschließende Antwort. Erläutert wurden von ihm allerdings die Ansätze seiner Fraktion zur Verschärfung der Gesetze. Dazu gehören unter anderem ein Verbot von Fracking oberhalb von 3000 Metern Tiefe sowie das gesetzlich verankerte Veto-Recht für die zuständige Wasserbehörde im Genehmigungsverfahren.

Letztlich gaben die Zuhörer dem Bundestagsabgeordneten mit auf den Weg, dass es Sache der Politik sei, sich verantwortungsvoll um die Belange und die Sicherheit der Bevölkerung zu kümmern.

„Sorgen sie dafür, dass die Gesetze den Bedürfnissen der Menschen entsprechen“, lautete hier einhellig die Forderung.  



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