Sozialausschuss : „Forum Integration“ soll neue Anstöße geben

Großer Andrang:  2300  Besucher kamen im vergangenen Jahr zur Ehrenamtsmesse. Foto: Vaquette
Großer Andrang: 2300 Besucher kamen im vergangenen Jahr zur Ehrenamtsmesse. Diese soll jetzt nur noch alle vier Jahre stattfinden.

Neuanfang für den aufgelösten runden Tisch. Ehrenamtsmesse künftig nur noch alle vier Jahre

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15. November 2013, 12:00 Uhr

Die Stadt ist als eine von bundesweit 15 Pilot-Kommunen für eine Zertifizierung ihrer „interkulturellen Öffnung“ ausgewählt worden. „Es geht dabei nicht um einen Stempel für die Verwaltung“, sagte Udo Gerigk am Mittwoch im Sozialausschuss. Der 53-jährige Sozialpädagoge ist seit dem 1. Juli Koordinator für Integration in Neumünster.

Ziel ist eine „Willkommens- und Anerkennungskultur“ für die mehr als 10 000 Neumünsteraner Bürger mit ausländischen Wurzeln. Als neutrale Instanz soll die Koordinierungsstelle auch die Neugründung eines „Forums der Vielfalt“ oder „Forums für Migranten“ vorbereiten. Es soll an die Stelle des „Runden Tisches für Integration“ treten, der sich aufgrund von internen politischen Streitigkeiten zwischen den türkischen Organisationen vor drei Jahren faktisch aufgelöst hatte.

„Neumünster hat eine sehr große Willkommenskultur“, sagte Sabine Krebs (CDU) und verwies auf die Akzeptanz für die zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge am Haart. Sie hofft, dass alle Bürger der Stadt beim neuen Konzept mitgenommen werden und „das Forum Integration nicht nur ein neuer Name für den runden Tisch ist, sondern auch neue Anstöße gibt“. Wichtig sei, dass sich die Bürger mit Migrationshintergrund am Forum aktiv beteiligen, sagte Marianne Lingelbach (FDP). Ihrer Ansicht, dass der runde Tisch aus verschiedenen Gründen gescheitert sei, widersprach der Ausschussvorsitzende Sami Inci (Grüne): „Er hat sehr gute Arbeit geleistet.“ Das zeigten die aufgebauten Netzwerke etwa mit dem Jobcenter, der Stadt und den Wohlfahrtsverbänden. Inci hatte den runden Tisch seit seiner Gründung im Jahr 2003 geleitet.

„Das Reden über ein Scheitern des runden Tisches bringt uns nicht weiter“, sagte Volker Andresen (SPD). Der Streit in der Vergangenheit ging auch um die Verteilung der Mittel an die verschiedenen Gruppen und Projekte. Das sei jetzt ausgeschlossen. Die Gelder für die Integrationsarbeit werden über den Koordinator und den Sozialausschuss eingesetzt. Die 4000 Euro, die die Stadt als Eigenanteil für die Zertifizierung aufbringen muss, stammen aus nicht abgerufenen Haushaltsmitteln für den runden Tisch. „Sie werden sich mehrfach amortisieren“, so Andresen. Die Stadt hofft, dass eine erfolgreiche Zertifizierung den Zugang zu weiteren Bundes- oder Landesmitteln öffnet.

Neu organisiert werden soll die Ehrenamtsmesse. Sie findet künftig nur noch alle vier Jahre statt, das nächste Mal 2016. Die Organisation wird dem Roten Kreuz übertragen, das dafür 12 000 Euro bekommt. In der Vergangenheit hatte diese Aufgabe zu viele Ressourcen beim Seniorenbüro gebunden.

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