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Wasbek : Flüchtlingskinder können wieder lachen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Durch eine Spendenwelle aus der Gemeinde wurde die syrische Familie mit Winterkleidung, Fahrrädern und einem Computer versorgt

Die Familie Tahar ist überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Wasbeker. Auch gut eine Woche nach dem Einzug der kurdischen Flüchtlingsfamilie aus dem umkämpften Norden Syriens werden die fünf Flüchtlinge von Nachbarn und weiteren Helfern liebevoll betreut und versorgt. Viele Anwohner beteiligen sich mit Spenden.

Bereits der Einzug in die Doppelhaushälfte an der Lindenstraße war herzlich (der Courier berichtete). Danach trudelten immer wieder Spenden ein. Initiiert wurde die Aktion von den Mitgliedern der Wählergemeinschaft „Für’s Dorf“ (FD) mit Uta von Schmidt-Kühl an der Spitze. Sie hatten früh von der Ankunft der Flüchtlinge erfahren und sofort auf Elternabenden und über kleine Plakataktionen für Spenden geworben – und großen Zuspruch geerntet.

Badram Taher (47) und seine Ehefrau Hayat Chbli (45) können es kaum fassen: Schon nach wenigen Tagen waren ihre drei Kinder Kawa (19), Sidra (11) und Bashar (10) mit warmer Winterkleidung versorgt. Zusätzlich stellte ihnen die Wählergemeinschaft einen Tablet-Computer zur Verfügung, damit sie mit ihren Verwandten und Freunden in der umkämpften Heimat über das Internet Kontakt halten können. Selbst die Kosten für die Sim-Karte wurden für ein ganzes Jahr übernommen.

Der Kontakt nach Syrien ist wichtig, denn die Sorgen der Tahars um ihre Lieben in der Heimat sind groß. Die Flucht aus dem Kriegsgebiet im Norden Syriens wird von Tag zu Tag schwieriger. Der Computer ist oft die einzige Möglichkeit, Angehörige zu erreichen. Sohn Kawa wurde von seinen Eltern mittlerweile zum Internetbeauftragten erklärt. Immer wieder versucht er, Neuigkeiten zu bekommen.

Besonders glücklich sind die drei Kinder übrigens auch über ihre geschenkten Fahrräder, mit denen sie sich ihre neue Heimatgemeinde erobern können.

In Neumünster beim Fachdienst soziale Hilfen wird das Engagement der Wasbeker erfreut zur Kenntnis genommen. „Ich finde das richtig klasse, gut und außergewöhnlich, wie die Flüchtlingsfamilie aufgenommen wurde. Für mich persönlich ist das eine gelebte Willkommenskultur, auf die die Dorfgemeinschaft wirklich stolz sein kann“, sagte Martine Thomas, stellvertretende Fachdienstleiterin. Durch die Verwaltungsgemeinschaft ist sie auch für Wasbek mit zuständig.

Sobald die Ferien vorbei sind, werden Sidra und Bashar in Neumünster die Schule besuchen und Sprachkurse belegen. Für die Wasbeker Grundschule sind sie schon zu alt. Ihr Bruder ist mit 19 Jahren nicht mehr schulpflichtig.

Bis die Sprachbarrieren behoben sind, wird der Neumünsteraner Dolmetscher Ramzi Bilal der Familie zur Seite stehen. Um die Flüchtlinge noch weiter zu integrieren, wollen die FD-Mitglieder nach Aussage der Vorsitzenden Uta von Schmidt-Kühl sowie Thomas Omnitz prüfen, ob sich auch Mitgliedschaften in örtlichen Vereinen organisieren lassen.

Wie gut der Familie die Unterstützung tut, zeigt sich besonders an den Kindern: Bereits nach einer Woche in Wasbek haben sie nach Aussage der Eltern ihr Lachen wiedergefunden. Nur wenn sie im Fernsehen die Kriegsbilder sehen, wird es sehr still im Wohnzimmer.

Weitere Spenden für Familie Tahar können in der Wasbeker Kita abgegeben werden.



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erstellt am 20.Okt.2014 | 11:00 Uhr

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