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Demonstration am Sonnabend : Flüchtlingsgegner ziehen durch die Stadt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Runde Tisch für Toleranz und Demokratie kontert mit einem Willkommensfest.

von
erstellt am 13.Nov.2015 | 08:15 Uhr

Neumünster | Die Polizei bereitet sich auf einen größeren Einsatz am Wochenende in der Innenstadt vor. Ab 13 Uhr am Sonnabend, also zur besten Einkaufs- und Wochenmarktzeit, wurde eine Demonstration „gegen Asylbetrug, Masseneinschleusung und Islamisierung unserer Gesellschaft“ mit rund 300 Teilnehmern angemeldet.

Verantwortlich zeichnet offenbar ein Mann aus dem Kreis Ostholstein, der in der Vergangenheit unter anderem durch antisemitische Äußerungen im Internet aufgefallen ist. Beworben wird die Veranstaltung von der Facebookgruppe „Neumünster wehrt sich“. Der Beitrag zur Demonstration wird unter anderem vom Neumünsteraner Ratsherrn Mark Michael Proch (NPD) sowie von Personen aus dem Umfeld der Rockergruppe „Contras“ positiv bewertet.

„Wir werden die Lage bis kurz vor der Veranstaltung bewerten und mit ausreichend Beamten vor Ort sein. Es werden auch Fremdkräfte hinzugezogen“, erklärte Polizeisprecher Sönke Hinrichs auf Nachfrage.

Bereits am Montag hatten sich Vertreter von Polizei und Ordnungsamt mit dem Organisator der Demonstration zusammengesetzt und ihm eine geänderte Route abverlangt. Die gewünschte Strecke vom Bahnhofsvorplatz über den Kuhberg zur Holsten-Galerie, wo eine Zwischenkundgebung abgehalten werden sollte, und weiter über den Großflecken zum Rathaus wurde nicht gestattet. Stattdessen treffen sich die Demonstranten jetzt auf dem Kleinflecken und marschieren über Mühlenhof, die Schützenstraße, die Wittorfer Straße und die Altonaer Straße zum Rathaus. „Die Sicherheit der Bürger geht vor. Der Wochenmarkt und der Bahnhofsvorplatz, wo ja auch Flüchtlinge ankommen, sollen friedlich genutzt werden können. Daher kam die gewünschte Route nicht in Frage“, sagte Stadtsprecher Stephan Beitz.

In vollem Umfang gestattet wurde hingegen eine Gegenveranstaltung des Runden Tisches für Toleranz und Demokratie auf dem Nordteil des Großfleckens. Ab 12.30 Uhr soll es dort laut Henning Möbius vom Runden Tisch „bei einem Willkommensfest Informationsstände, Musik, Banner, Plakate, Speisen und vor allem Gespräche über Nächstenliebe und Gastfreundschaft“ geben. „Wir haben in Neumünster ein breites Bündnis, das Menschen, die vor Krieg, Schändung und Gewalt geflüchtet sind, aufnimmt und auf ihrem weiteren Weg begleitet und berät. Dass wir uns davon nicht abbringen lassen, würden wir gerne deutlich machen“, so Möbius. Er rechnet ebenfalls mit 300 Teilnehmern. Ein Kontakt zur „Asylbetrug“-Demo sei nicht erwünscht.

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