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Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 14:24 Uhr

Grossenaspe : Flüchtlingsbau: Weg wird geebnet

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Erneut sorgte das Thema in Großenaspe für hitzige Diskussionen.

von
erstellt am 28.Jan.2016 | 11:30 Uhr

Grossenaspe | Der geplante Bau von Wohnungen für 24 Asylbewerber an der Bimöhler Straße in Großenaspe (der Courier berichtete) sorgt zwischen Anwohnern und Gemeindevertretern weiterhin für Unfrieden. Auch auf der Sitzung des Planungs- und Maßnahmenausschusses am Dienstagabend war das Bauvorhaben, das der Gemeindevertreter Bernd Konrad (CDU) als Investor mit Zustimmung der Gemeinde beantragt hat, (der Courier berichtete) wieder Gegenstand teils hoch emotionaler Diskussionen.

Letztlich jedoch stimmte der achtköpfige Ausschuss mit drei Ja-Stimmen und drei Enthaltungen sowohl der Änderung des Flächennutzungsplanes sowie auch der Aufstellung eines Bauplanes zu. Die Gemeindevertreter Bernd Konrad (CDU) und Arne Konrad (BfB) stimmten nicht mit, sondern hatten die Versammlung wegen Befangenheit verlassen.

Damit geht das Bauvorhaben für ein zweigeschossiges Wohnhaus mit einer maximalen Grundfläche von 400 Quadratmetern (Firsthöhe 8,5 Meter) jetzt an den Start. „Mit dem Abschluss der Bauleitplanung ist jedoch vor dem Herbst nicht zu rechnen. Und selbst das ist ein sportliches Ziel“, erklärte Udo Petersen von der Kreisplanung bei der Vorstellung der ersten Pläne. Im Vorfeld zu dieser Entscheidung hatten sich die Anwohner noch einmal vehement gegen die direkte Nachbarschaft zu Asylbewerbern ausgesprochen. „Letztlich müssen im Nachhinein nur sechs Leute mit der Situation zurechtkommen. Niemand wird sich darum scheren, wenn wir Probleme bekommen, weil jeder nur froh ist, dass nicht in seiner Nachbarschaft gebaut wurde. Wir fühlen uns überfordert und nicht ernst genommen“, erklärte die Anwohnerin Anne Stracke.

Außerdem steige das Misstrauen gegenüber der Gemeinde. Denn trotz mehrerer Nachfragen gebe es nach wie vor keine Antwort darauf, ob die Wasserleitung, die bereits vor der Entscheidung für den Standort im Zuge der Arbeiten an der Kreisstraße 111 (K 111) gebaut wurde (der Courier berichtete), von der Gemeinde beauftragt wurde. Ihr gegenüber habe das Bauunternehmen die Beauftragung jedenfalls bestätigt, sagte Stracke. Eine Auftragsvergabe durch die Gemeinde wurde von Bürgermeister Torsten Klinger sowie von Bernd Konrad (beide CDU), der die Bauarbeiten an der K 111 für die Gemeinde begleitet, jedoch weiterhin verneint.

„Ein offizieller Auftrag liegt uns bisher nicht vor. Wir haben es gut gemeint und die Arbeiten im Vorwege ausgeführt, um Kosten zu sparen. Damit sind wir in gewisser Weise für dieses Missverständnis mitverantwortlich“, erklärte gestern der Projekteiter des Bauunternehmens, Kai Ziegenbein, auf Anfrage.

Durch den vorangegangenen Beschluss zum Bau der Unterkünfte wurde in der Sitzung die besagte Verlängerung der Abwasser- und Regenwasserleitung schließlich legitimiert. Doch das Vertrauen der Anwohner konnten die Gemeindevertreter damit nicht zurückgewinnen. „Wir werden das Verfahren mit großer Aufmerksamkeit begleiten und auf jeden Fall unsere Möglichkeiten der Einflussnahme nutzen“, versicherte Anne Stracke.  



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