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Eka von Kalben in Neumünster : Flüchtlings-Informationen stießen auf wenig Resonanz

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Eka von Kalben, informierte Passanten am Kuhberg mit Faltblättern.

Neumünster | „Nein, danke!“ – Diese Worte hörte Eka von Kalben gestern Vormittag häufiger, als ihr lieb war. Die Fraktionsvorsitzende und flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag war im Rahmen ihrer „Tour der Vielfalt“ nach Neumünster gekommen, um Informationen zur Flüchtlingssituation zu verteilen. Doch die vorbereiteten Faltblätter stießen bei den Passanten am Kuhberg nur auf geringe Resonanz.

Beirren ließ sich Eka von Kalben davon allerdings nicht: „Man merkt, dass bei diesem Thema eine Art Sättigung eingesetzt hat, weil es von morgens bis abends in den Nachrichten vertreten ist. Aber es geht mir darum, ein Zeichen zu setzen, dass sich die Politiker nicht in ihrem Glashaus verstecken, sondern vor Ort versuchen, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.“

Immer wieder spüre sie Ängste, wie der aktuelle Flüchtlingsstrom zu bewältigen sei, sagte die Grünen-Politikerin: „Man hört häufig nur von den Ehrenamtlern, die sich sehr für Flüchtlinge einsetzen, oder auf der anderen Seite von den Pegida-Demonstranten. Aber es gibt eine riesige Gruppe, die sich irgendwo dazwischen befindet. Auch der müssen wir eine Stimme geben.“

Ein älterer Herr äußerte gegenüber Eka von Kalben die Sorge, ob den Flüchtlingen ausreichend geholfen werden könne: „Die Frage ist doch, ob wir den Menschen das geben können, was sie brauchen. Die benötigen ja nicht nur eine warme Stube, sondern viel mehr.“ Auch der Einsatz der Bundeswehr in Syrien bereitete dem Senior großes Kopfzerbrechen: „Wir können uns einen solchen Krieg überhaupt nicht leisten. Jeder Krieg ist negativ.“ Ein anderer Passant äußerte seine Meinung mit deutlichen Worten und beklagte, dass junge Männer aus Syrien nach Deutschland fliehen, anstatt vor Ort für ihr Heimatland zu kämpfen: „Für mich sind das Feiglinge.“

Doch es gab auch erfreuliche Momente für Eka von Kalben. Als sie einer Passantin ein Faltblatt in die Hand drückte, nahm die junge Frau gleich einen ganzen Stapel der Broschüren mit, um sie auf der anderen Straßenseite weiterzuverteilen.

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erstellt am 04.Dez.2015 | 16:46 Uhr

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