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Sozialausschuss : Flüchtlinge zieht es nach Neumünster

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

50 Asylbewerber sind bereits legal hergezogen

von
erstellt am 03.Dez.2015 | 18:50 Uhr

Die Stadt hat zwar noch Zeit, um sich auf die dauerhaften Zuweisung von geschätzt 1400 Flüchtlingen pro Jahr vorzubereiten, aber es gibt bereits die ersten Neu-Neumünsteraner aus diesem Kreis: 50 Flüchtlinge sind aus anderen Kreisen nach Neumünster gezogen, als sie dort keine Residenzpflicht mehr hatten.

Das berichteten der kommissarische Leiter der „Projektgruppe Flüchtlinge“ bei der Stadt, Thorben Pries, und der stellvertretende Leiter des Jobcenters, Rolf Scheil, am Mittwochabend auf der Sitzung des Sozialausschusses in der Theodor-Litt-Schule. Gäste waren die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses, Innenstaatssekretärin Manuela Söller-Winkler und Ulf Döhring, der Leiter der Erstaufnahmestelle am Haart.

„Tendenziell zieht es Flüchtlinge in die Ballungsräume und aus ländlichen Gegenden in die Städte“, sagte Scheil. Sobald über einen Asylantrag positiv entschieden ist oder es zumindest eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland für zunächst drei Jahre gibt, wird auch die Pflicht aufgehoben, an einem zugewiesenen Ort zu wohnen. Dann können sie hinziehen, wo sie wollen.

50 Flüchtlinge mit diesem Status leben zurzeit in Neumünster. Sie werden vom Jobcenter an der Friedrichstraße betreut und beziehen Leistungen. Bei fast 11  000 Sozialhilfeempfängern in der Stadt ist diese Zahl zwar gering, aber sie wird wachsen. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde werden jetzt schon etwa 1000 Flüchtlinge vom dortigen Jobcenter betreut.

Gespräche mit den Kammern, der Wirtschaftsagentur, Unternehmensverband, Arbeitsagentur und Jobcenter zeigen, dass der Arbeitsmarkt das Potenzial der Flüchtlinge erkennt. „Es gibt interessierte Betriebe in Neumünster“, sagte Rolf Scheil. Doch die Herausforderungen sind groß. „Von den 50 Flüchtlingen sind vielleicht 20 in der Lage, eine Arbeit aufzunehmen“, so Scheil. Die anderen müssten erst einmal Deutsch lernen.

Staatssekretärin Manuela Söller-Winkler dankte der Stadt für die hohe Akzeptanz trotz der deutlichen Überbelegung der Erstaufnahme am Haart. Ihre Botschaft: Ab Januar werde Neumünster dort massiv entlastet.

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