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Ideen für Wahlprogramm : Flüchtlinge sind das Thema Nummer 1

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

CDU-Fraktionschef Daniel Günther holte sich Anregungen aus Neumünster. Viele redeten sich den Frust von der Seele.

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erstellt am 28.Okt.2015 | 10:00 Uhr

Neumünster | Der Platz vor dem Ärztehaus am Kuhberg wurde gestern Mittag zur Sammelstelle für politische Ideen. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Daniel Günther, machte auf einer Städtetour in Neumünster Station, um sich von den Bürgern Anregungen für das Wahlprogramm seiner Partei zur Landtagswahl 2017 zu holen. Die Vorschläge wurden in einer Wunschbox gesammelt, die im Anschluss an die Aktion von einer 20-köpfigen Programmkommission ausgewertet werden.

13 von 27 Städten auf der Tour hat der Landtagsabgeordnete bereits hinter sich, und die Erfahrungen der vergangenen Veranstaltungen haben gezeigt, dass ein Thema überall im Fokus steht: die Flüchtlingspolitik. Das war auch in Neumünster nicht anders. Viele Bürger redeten sich ihren Frust von der Seele – oftmals mit deutlichen Worten. „Deutschland schafft sich ab. Die Willkommenskultur ist ja gut und schön, aber man muss auch den Mut haben zu sagen, dass jetzt die Grenze erreicht ist“, sagte eine Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Andere gingen vorbei und zeigten deutlich, dass sie mit Politik nichts am Hut haben.

Auch Marcel Schneck sieht die Flüchtlingsproblematik mit Sorge: „Mir gefällt nicht, dass viele der Asylbewerber kein gutes Benehmen an den Tag legen und dass teilweise Wohnungen geräumt werden, um die Flüchtlinge unterzubringen“, beklagte der 19-Jährige gegenüber CDU-Ratsfrau Helga Bühse, die Daniel Günther mit einigen anderen Kommunalpolitikern zur Seite stand.

Doch es gab auch andere Probleme, die den Bürgern unter den Nägeln brannten. Das Ehepaar Stender aus Kleinkummerfeld setzt sich bereits seit Jahren für einen Radweg von Kleinkummerfeld nach Neumünster ein. „Es wird immer gefordert, das Auto stehen zu lassen und auf das Rad umzusteigen, aber wie soll das ohne Radweg funktionieren?“, fragte Bernhard Stender (68).

Inge Jeß wünscht sich dagegen von der Politik, dass der soziale Wohnungsbau stärker vorangetrieben wird. „Viele Rentner können sich die Mieten nicht mehr leisten, und auch junge Menschen müssen sich häufig krumm machen, um ihre Wohnung zahlen zu können“, sagte die 66-jährige Neumünsteranerin.

Paul Measer wünscht sich mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen: „Davon gibt es in der Stadt einfach zu wenig. Dabei würde das helfen, die Jugendlichen von der Straße zu holen“, sagte der 16-Jährige.

Auch Hans-Jürgen Gorba, Mitglied im Stadtteilbeirat Brachenfeld-Ruthenberg, beteiligte sich gestern an der Aktion und sammelte Ideen der Bürger ein: „Beklagt wurden unter anderem kaputte Straßen und die Hinterlassenschaften der Gänse am Einfelder See.“ Auch das Thema Flüchtlinge wurde immer wieder an ihn herangetragen: „Viele sind besorgt und haben Angst, dass es zu viele sind. Aber es ist teilweise wirklich erschreckend, in welcher Form sich einige auslassen.“

Melanie Bernstein, Kreisgeschäftsführerin der CDU, ist dennoch überzeugt davon, dass sich viele Vorschläge verwerten lassen: „Uns geht es darum, mit den Bürgern in einen Dialog zu treten. Daher wird nach der Auswertung jeder Teilnehmer per E-Mail über die Resonanz informiert.“

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