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Holsteinischer Courier

20. August 2017 | 10:26 Uhr

Boostedt : Flüchtlinge kommen erst im März

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Innenminister bestätigt die Verzögerung der Ankunft. Jetzt wird noch weiter gebaut. Die Boostedter planen derweil erste Hilfsmaßnahmen.

Boostedt | Die Ankunft der Flüchtlinge in der Rantzau-Kaserne in Boostedt wird sich bis ins Frühjahr verzögern. Das bestätigte gestern das Innenministerium auf Anfrage. Ursprünglich war geplant, dass die ersten Flüchtlinge Anfang Januar in die neue Erstaufnahmestelle einziehen.

„Nach jetzigem Planungsstand wird die Inbetriebnahme nicht vor dem 1. März 2015 erfolgen, da noch verschiedene Vergabeverfahren für benötigte Dienstleistungen abzuschließen sind. Damit wird meiner Zusage Rechnung getragen, dass nach dem Grundsatz ‚Qualität vor Schnelligkeit‘ eine Belegung erst erfolgt, wenn bestimmte Mindeststandards der Unterbringung gewährleistet sind. In der verbleibenden Zeitspanne können auch das bauplanungsrechtliche Verfahren und bauliche Restarbeiten durchgeführt werden“, erklärte Innenminister Stefan Studt.

In der Gemeinde war der ursprüngliche Zeitplan längst angezweifelt worden. Die zweite stellvertretende Bürgermeisterin Marina Weber (FWB) meinte: „Bauliche und personelle Neustrukturierungen in der Kaserne wie unter anderem die Umsetzung von Brandschutzmaßnahmen und der Aufbau eines Wachdienstes sind wohl nicht rechtzeitig zu leisten.“

Ungeachtet der zeitlichen Verzögerung kamen am Dienstagabend rund 30 Teilnehmer des Arbeitskreises Flüchtlingspartnerschaft im Gemeindehaus zusammen. „Wie können wir den Flüchtlingen helfen, die in der Rantzau-Kaserne untergebracht werden sollen? “, fragten sie sich. Nach der ersten Infoveranstaltung vor zwei Wochen, auf der Fachreferenten ihre Erfahrungen mitgeteilt hatten und erste Ideen gesammelt worden waren, wurde das Vorhaben nun konkreter. „Kleidung und Spielzeug wird immer gebraucht“, sagte Michael Frenzel von der Diakonie Altholstein.

Die Boostedterin Femke Vogel hat bereits in eigener Initiative Spielsachen gesammelt. Die Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Boostedt hat genug Lagerraum zur Verfügung, um Kleiderspenden entgegen zu nehmen. Mittwochs von 14.30 Uhr bis 17 Uhr kann in der Straße Zum Bauhof gut erhaltene Kleidung abgegeben werden.

Die Hilfsangebote der Bürger deckten sich weitestgehend mit den erwarteten Bedürfnissen, die die Flüchtlinge aus Michael Frenzels Erfahrung heraus haben werden. Als Leiter des Geschäftsbereichs Soziales in der Diakonie Altholstein hat Erfahrungen mit der Migrationsberatung in Neumünster gesammelt und stellte fest: „Das Bedürfnis nach Information tritt in den Vordergrund, da die Flüchtlinge nur etwa zwei bis drei Wochen in der Erstaufnahmestelle sind und danach auf die Kreise verteilt werden. Dennoch sind die Begegnung und das Gespräch wichtig. Die Erwachsenen zieht es raus aus der Aufnahmestelle.“ Frenzel betonte: „Machen Sie sich klar, dass Sie Hilfe leisten für Menschen, die Sie maximal vier Wochen sehen.“

Neu für die meisten Besucher war der Hinweis auf die Kompetenzabklärung zwischen Betreuungsverband und Ehrenamtlichen: Der Betreuungsverband wird der Ansprechpartner für die Ehrenamtlichen sein. Die Erstaufnahmestelle am Haart in Neumünster wird vom DRK betreut, ob es auch für Boostedt zuständig sein wird, ist noch nicht entschieden. Der Betreuungsverband hat einen festgelegten Rahmen von Angeboten, die vom eigenen Personal abgedeckt werden. Darüber hinaus gehende Unterstützung wie ein externes Begegnungsangebot, die zusätzliche Vermittlung rudimentärer Deutschkenntnisse oder Spiel- und Sportangebote für Jugendliche sei wichtige ehrenamtliche Arbeit, betonte Frenzel.

Viele Boostedter äußerten den Wunsch, insbesondere Kindern und Jugendlichen helfen zu wollen. Jetzt wird die Frage zu klären sein, inwieweit Räume für Gemeinschaftsaktivitäten vorhanden und die Außenbereiche der Kasernengebäude dafür nutzbar sind.

Das nächste Treffen des Arbeitskreises Flüchtlingspartnerschaft findet am 7. Januar im Gemeindehaus statt. Es wird versucht, dafür Katja Ralfs, die zukünftige Leiterin der Außenstelle in Boostedt, als Gesprächspartnerin zu gewinnen. Der Arbeitskreis steht allen Interessierten offen als „eine Veranstaltung vom Dorf für das Dorf, ohne kirchliche Vorzeichen“, so Mitorganisator Pastor Thomas Lemke.

>Informationen gibt es unter fluechtlinge@kirche-boostedt.de oder unter Tel. 0176-54350478. Wer Spielsachen abgeben möchte, kann sich unter Tel. 0163-9643768 (Femkle Vogel) melden.


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erstellt am 27.Nov.2014 | 06:30 Uhr

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