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Boostedt im Kreis Segeberg : Flüchtlinge in SH: Neues Asyl in der Rantzau-Kaserne

vom
Aus der Onlineredaktion

Das Bundesverteidigungsministerium hat zugestimmt: 500 zusätzliche Plätze sollen bis Anfang 2015 in Boostedt geschaffen werden.

Kiel/Boostedt | Das Bundesverteidigungsministerium hat dem Land Schleswig-Holstein sein Ok gegeben: Ein Teil der Rantzau-Kaserne in Boostedt (Kreis Segeberg) darf als zusätzliche Landesunterkunft für die Aufnahme von Flüchtlingen genutzt werden.

Innenminister Andreas Breitner begrüßte am Dienstagmorgen die Entscheidung: „Die Unterbringung von Flüchtlingen ist ein nationale Aufgabe. Um sie erfolgreich zu bewältigen, ist die Überlassung von Liegenschaften durch den Bund an Länder und Kommunen ein notwendiger Beitrag.“ Das Land werde nun mit den notwendigen Vorbereitungen für die Nutzung beginnen. Ziel sei es, ab Anfang 2015 in Boostedt für längstens fünf Jahre Asylbewerber aufzunehmen.

Der Bund stellt Schleswig-Holstein auf dem Gelände vier Blöcke zur Verfügung. Deren Nutzung als Landesunterkunft setze eine Reihe baulicher, organisatorischer und personeller Schritte voraus, deren notwendiger Umfang jetzt geprüft werde, so Breitner. Dazu gehören bauliche Maßnahmen für die Herrichtung der Räumlichkeiten, sanitären Einrichtungen, Büros, Küchen und die Sicherung des Geländes ebenso wie die technischen Voraussetzungen. Geklärt werden müssten zudem die Versorgung und ärztlichen Fürsorge der Flüchtlinge, Betreuungs- und Schulungsmöglichkeiten, die Anbindung an den ÖPNV und die Einrichtung einer Polizeistation.

„Die zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber am Haart in Neumünster ist total überlastet. Dort muss jetzt schon mit Zelten gearbeitet werden. Deshalb brauchen wir dringend weitere Unterkünfte, denn der Strom der Flüchtlinge wird nicht abreißen“, erklärte Bernd Küpperbusch, Staatssekretär im Innenministerium in Kiel. In der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Neumünster gibt es 400 Plätze. Doch sie reichen nicht mehr aus. Asylbewerber werden sogar schon notdürftig in Zelten untergebracht. Für das gesamte Jahr rechnet Innenminister Andreas Breitner (SPD) mit 6500 Asylbewerbern und damit einem Zuwachs zum Vorjahr um 66 Prozent. Die Option, Asylsuchende auch im Winter in beheizten Zelten unterzubringen, sei vom Tisch, sagte ein Ministeriumssprecher. Stattdessen sollen am Standort in Neumünster Container aufgestellt werden.

Warum die Wahl auf Boostedt fiel, erklärt Küpperbusch: „Es wurden auch andere Gemeinden geprüft. Doch die Nähe zum Haart sowie auch die funktionierende Infrastruktur im Ort macht Boostedt zu einem guten Standort für eine Zweigstelle.“

Innenminister Breitner kündigte Gespräche mit der Gemeinde und den Bürgern in Boostedt an. Er wisse, dass es vor Ort viele offene Fragen und Unsicherheiten gebe. „Wir wollen, dass die die neue Aufnahmeeinrichtung schnell akzeptiert wird. Das geht nur mit und nicht gegen die Menschen“, so Breitner.

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erstellt am 23.Sep.2014 | 09:49 Uhr

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