Flüchtlinge erzählen: So kam ich nach Neumünster

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01. Juli 2015, 12:11 Uhr

In ihrer Heimat haben sie Leid, Folter oder den Mord an Verwandten und Freunden miterlebt, und sie sind meist unter unmenschlichen Bedingungen nach Neumünster gekommen: Bis zu 950 Flüchtlinge leben zurzeit in der Landesunterkunft am Haart, der Erstaufnahme-Einrichtung des Landes. Nach wenigen Wochen werden sie auf die Kreise verteilt.

Die Tage in Neumünster sind eine Zeit voller neuer Eindrücke, Ängste, großer Sorgen. Kaum ein Flüchtling spricht Deutsch, viele können nicht lesen oder schreiben, manche sind durch die psychische Belastung stark mitgenommen oder sogar selbstmordgefährdet. Die Unsicherheit in einem völlig unbekannten Kulturkreis ist enorm. Hinzu kommt die Langeweile, denn die Frauen und Männer haben kaum Geld, können nicht arbeiten und dürfen die Stadt nicht verlassen. Die Behörden sind chronisch überlastet, Asylverfahren ziehen sich in die Länge. Die Menschen sind zwar in Sicherheit, aber eine neue Heimat haben sie noch lange nicht gefunden.

Der Courier hat im Café Vis à vis der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak, dem Iran und Afghanistan getroffen. 80 bis 150 Menschen kommen jeden Donnerstag in das Gemeindehaus, suchen Rat und Hilfe bei Pastorin Isabel Frey-Ranck und Kyvan Yavarizadeh. Manche Geschichten klingen unglaublich.

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