Gemeinschaftsschule Brachenfeld : Flüchtlinge dürfen bis 14. August bleiben

Landesamtssprecher Torsten Haase (rechts) besprach gestern mit DRK-Bereitschaftsleiter Oliver Hushahn vor Ort die Lage.
1 von 2
Landesamtssprecher Torsten Haase (rechts) besprach gestern mit DRK-Bereitschaftsleiter Oliver Hushahn vor Ort die Lage.

Notunterkunft in der Sporthalle wird weiterhin gebraucht. Erstaufnahme am Haart ist völlig überbelegt

von
24. Juli 2015, 05:30 Uhr

Neumünster | Nun also doch: Wegen der anhaltenden Probleme bei der Unterbringung von Asylbewerbern bleibt die Sporthalle der Gemeinschaftsschule Brachenfeld vorerst weiterhin Notunterkunft für Flüchtlinge. Die Stadt kam der Bitte des Landes nach, die Halle für weitere zwei bis drei Wochen nutzen zu dürfen.

Der Grund: Die Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge am Haart und ihre Außenstelle in Boostedt platzen aus allen Nähten. Täglich kommen hier 200 neue Flüchtlinge an. Die Einrichtung war gestern mit 1140 Flüchtlingen völlig überbelegt. Die Unterkunft ist für 600 bis 650 Menschen ausgelegt. Das Land hat zwar eine weitere Aufnahmestelle in der ehemaligen Bundeswehrkaserne in Seeth im Kreis Nordfriesland eingerichtet, aber dort ist die nötige IT-Infrastruktur noch nicht ausgebaut.

„Deswegen wird die Notunterkunft in Neumünster weiterhin benötigt“, sagte Torsten Haase, Sprecher im Landesamt für Ausländerangelegenheiten. Als Flaschenhals erweisen sich die ärztliche Erstuntersuchung und die Erfassung der Flüchtlinge, die weiterhin im Landesamt in Neumünster erfolgen müssen. Zurzeit gibt es hier einen Stau von 700 Flüchtlingen, die noch auf eine Bearbeitung warten.

In der Sporthalle der Gemeinschaftsschule finden bis zu 300 Flüchtlinge Platz. „Die Infrastruktur ist an dieser Stelle bereits aufgebaut, und der Ablauf hat sich in den letzten Wochen eingespielt. Es ist und bleibt aber eine Notunterkunft“, machte Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth klar. Die Sporthalle könne maximal bis zum 14. August zur Verfügung gestellt werden. „Wir benötigen zirka eine Woche für den Rückbau der Hallen und dann eine Woche, um die Sportstätten wieder für den Schulbetrieb und die Sportvereine vorzubereiten“, so Humpe-Waßmuth.

Die Ratsfraktionen und auch Uwe Holtz als Stadtteilvorsteher in Brachenfeld-Ruthenberg wurden gestern bei einem kurzfristig angesetzten Gespräch im Rathaus über die Lage informiert, die Anlieger im Pestalozziweg durch einen Wurfzettel. „Auch für uns kommt das alles völlig überraschend“, sagte Oliver Hushahn, der Kreisbereichsleiter des Deutschen Roten Kreuzes. Hushahn ist für die ehrenamtlichen DRK-Helfer zuständig, die wie andere Hilfsorganisationen, Feuerwehren, Schüler, Lehrer und Eltern beim Aufbau der Notunterkunft mit anpackten. „Wir haben auch jetzt noch täglich zwei Kräfte vor Ort“, sagte Hushahn.

Die ersten Flüchtlinge aus Neumünster sind inzwischen auch schon in Seeth untergebracht worden. Gestern ging ein Bus von der Gemeinschaftsschule Brachenfeld dorthin ab, heute soll ein weiterer folgen, sagte Landesamtssprecher Torsten Haase. Gestern Nachmittag waren noch etwa 70 Flüchtlinge in der Notunterkunft einquartiert. „Probleme gab es hier gar nicht. Alle gehen friedlich miteinander um“, betonte Murat Canbolat vom beauftragten Sicherheitsdienst.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen