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Parkstrasse : Flüchtlinge bezogen Ex-Polizeirevier

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gebäude an der Parkstraße bietet 42 Jugendlichen Platz. Im November könnte das Haus zur zentralen Klär- und Verteilstelle werden

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erstellt am 15.Okt.2015 | 09:00 Uhr

Neumünster | An der Parkstraße haben die ersten jugendlichen Flüchtlinge ihre neue Unterkunft bezogen. Das Gebäude, in dem früher das 1. Polizeirevier seinen Sitz hatte, wurde dafür in nur neun Wochen umgebaut und hergerichtet. Die Kosten von rund 280  000 Euro trägt das Land, das das Gebäude unbefristet zur Verfügung stellt. Die Stadt muss auch keine Miete zahlen.

Ganz fertig ist das Haus noch nicht. So fehlt noch die Außengerüsttreppe, die als Flucht- und Rettungsweg für die Obergeschosse dient. Deshalb sind auch noch nicht alle der 42 Plätze in den später einmal drei Wohngruppen belegt. Die Erfüllung der Brandschutzauflagen war neben dem Einbau von Sanitärräumen der aufwendigste Part beim Umbau.

Die Jugendliche, die ohne Eltern in Neumünster gelandet sind, finden an der Parkstraße eine erste Anlaufstelle und sollen nach der Flucht erst einmal zur Ruhe kommen. „Wir wollen ihnen eine Tagessstruktur bieten und den Spracherwerb fördern, bevor es weiter geht in die endgültigen Wohngruppen“, sagt Silke Kuleisa, die Geschäftsführerin des Trägers Iuvo, einer gemeinnützigen Einrichtung der Jugendhilfe.

Das ehemalige Polizeirevier ist im Moment eine ganz normale Wohneinrichtung. Doch das könnte sich ändern. Der Bund ändert seine Gesetzgebung. „Die Parkstraße könnte dann eine sogenannte Clearingstelle werden“, sagt Jörg Hellberg, der Leiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD). In dieser zentralen Stelle würde etwa geklärt, ob es nicht doch Verwandte in Deutschland gibt und ob die jungen Flüchtlinge minder- oder doch volljährig sind.

Bis Ende September verzeichnete der ASD schon mehr als 850 jugendliche Flüchtlinge. Zurzeit sind etwa 325 in Obhut und Pflegschaft der Stadt. Kommen die neuen Clearingstellen, würde das wohl zu einer Entlastung Neumünsters führen, denn die Jugendlichen würden dann gleichmäßig auf das ganze Land verteilt. Da die Unterbringungsmöglichkeiten in Neumünster schon lange nicht mehr ausreichten, musste der ASD schon auf andere Orte in ganz Schleswig-Holstein ausweichen, bleibt aber dennoch zuständig. Ein immenser Aufwand. Nicht zuletzt deshalb wurde das ehemalige Polizeirevier umgebaut.

„Wir sind hier in einer Übergangsphase“, sagt Iuvo-Bereichsleiter Volker Rüge. Noch greift die normale Jugendhilfe. Die Jugendlichen werden etwa zur Schule angemeldet. Das würde dann an der Parkstraße anders. Die Iuvo plant eine Schule im Hause. Zurzeit kümmern sich schon Iuvo-Mitarbeiter mit Fremdsprachenkenntnissen wie Malek Douani um die Jugendlichen. Gedacht ist aber auch an eine „ehrenamtlich unterstützte Schule ab dem ersten Tag“, so Rüge.

Dazu sollen die jungen Flüchtlinge nicht nur in der Stube hocken. „Zum Tapetenwechsel wollen wir auch rausgehen“, sagt Rüge und nennt Kooperationspartner wie die beruflichen Schulen, die Anscharkirche oder Bonhoeffer-Gemeinde. Der Kreissportverband stellt in den Herbstferien eine Feriensportangebot auf die Beine.

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