Jubiläums-Datum : Flitzbogenschützen wären 100 Jahre alt

Zur Erinnerung präsentieren (von links) Kurt Schlüter (ehemaliger zweiter Vorsitzender), Hans-Joachim Buchholz (Chronist), Manfred Simon (ehemaliger Kapitän) und Horst Heinrich (ehemaliger Vorsitzender) das Banner des Vereins der Flitzbogenschützen von 1914.
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Zur Erinnerung präsentieren (von links) Kurt Schlüter (ehemaliger zweiter Vorsitzender), Hans-Joachim Buchholz (Chronist), Manfred Simon (ehemaliger Kapitän) und Horst Heinrich (ehemaliger Vorsitzender) das Banner des Vereins der Flitzbogenschützen von 1914.

Verein löste sich aus Altersgründen 2011 auf / Ehemalige erinnern sich an die Geschichte und Anekdoten

shz.de von
14. Juni 2014, 16:00 Uhr

Neumünster | Die Handgriffe sitzen immer noch. „Das Grün bei der Schärpe muss nach innen getragen werden“, wissen Hans-Joachim Buchholz (79), Kurt Schlüter (77), Horst Heinrich (70) und Manfred Simon (75). Das Quartett erinnerte mit einem Besuch im Museum Tuch+Technik an ein denkwürdiges Datum: Ihr ehemaliger Verein der Flitzbogenschützen wäre an diesem Sonntag, 15. Juni, 100 Jahre alt geworden. Im Dezember 2011 wurde er aufgelöst.

„Der Verein hatte einen guten Ruf, außerdem gab es Vogelschießen für die Kinder und Tanzveranstaltungen für die Erwachsenen. Die Geselligkeit war wichtig“, erklären die Schützenbrüder, warum sie dem Verein beitraten. Zwei Bürgen mussten den Neulingen einen guten Leumund bescheinigen; der Vorstand beschloss dann die Aufnahme. In guten Zeiten gab es viele Anfragen, nicht alle konnten aufgenommen werden. Anekdoten gibt es reichlich, beispielsweise von den „Vergehen“ während des Marsches beim Vogelschießen, die beim traditionellen „Splittersammeln“ geahndet wurden. „Beispielsweise wenn man die Mütze nicht aufhatte, die Handschuhe nicht trug, die Schnürsenkel unordentlich gebunden oder keine dunklen Socken getragen wurden, kostete das“, erzählt Chronist Hans-Joachim Buchholz. Zahlen musste auch derjenige, der beim Marsch aus der Reihe tanzte oder sich in die Büsche schlug.

1914 gründeten Eisenbahner des Ausbesserungswerk den Verein als familienbezogenen Freizeitverein mit einer Sportschützenabteilung. Der erste Name „De Vogelscheter“ wurde auf der ersten ordentlichen Versammlung in „Flitzbogenverein der Eisenbahner Neumünster von 1914“ geändert; 1919 wurden die „Eisenbahner“ gestrichen. Erster König war Willi Drews; Vereinslokal war bis zu ihrer Schließung die „Harmonie“, der Schützenball fand beispielsweise in der „Stadt Rendsburg“ statt. Während des Ersten und Zweiten Weltkrieges ruhte der Verein; Witwen durften 1950 nach einem Neuanfang für 50 Pfennig Mitglied werden. 1971 waren 171 Mitglieder im Verein – Höchststand. In den letzten Jahren vor der Auflösung litt der Verein an Überalterung.

Veranstaltungen gab es quer durch das Jahr: Karneval, Frühlingsfest und Tanz in den Mai, Vogelschießen, Findigkeitsfahrt, Schützenball, Weihnachtsfeier und Silvesterball. Die Geselligkeit wurde gepflegt, aber auch Vereinskollegen in menschlich schweren Stunden beigestanden. Es entstanden viele Freundschaften; auch heute gibt es fünf Treffen im Jahr. In der Chronik steht: „Die nächsten Generationen werden andere Wege gehen. Wir, die wir dabei waren, haben das Leben dadurch lebenswerter empfunden.“ Kurt Schlüter, ehemaliger zweiter Vorsitzender, sagt: „Ich möchte das nicht missen, es war eine schöne Zeit.“

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