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Holsteinischer Courier

12. Dezember 2017 | 01:23 Uhr

Fliegerei faszinierte 20 000 Besucher

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei traumhaftem Wetter strömten zahlreiche Menschen zum 9. Flugplatzfest / Tower verzeichnete etwa 350 Starts

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2013 | 00:33 Uhr

Was für ein Anblick: Gekonnt lenkte Frank Heitmann seine Yak 54 in einen Looping, steuerte die russische Maschine zum rasanten Überflug, ließ sie eine Rolle machen, malte mit Rauch ein Herz in die Luft und hielt dann sein Modellflugzeug senkrecht stehend in der Luft. „Das nennt man Torquen, das Flugzeug hängt quasi am Propeller“, erläuterte der 44-jährige Bevenseer. Für seinen hinreißend präzisen Kunstflug mit der 18 PS starken Maschine erhielt er am Wochenende immer wieder spontanen Applaus von den Zuschauern – einer von vielen Hinguckern auf dem Flugplatzfest des Flugsportclubs Neumünster. Rund 20 000 Menschen strömten bei traumhaftem Sommerwetter zum Baumschulweg und staunten fasziniert über die Vielzahl historischer und moderner Fluggeräte.

„Dieser silberne Vogel ist Baujahr 1946“: Organisator Dr. Gerwin Dienger und sein Co-Moderator Bernhard Conrad informierten im Dauer-Dialog die Flugplatz-Besucher über die Herkunft und Geschichte aller Maschinen. Mit einem ganz besonderen Schätzchen war Jens Kampe (48) aus Tornesch eingeflogen. Seine Cessna 140 aus poliertem Aluminium glänzte in der Sonne: „Ich habe ganz bewusst nach diesem Typ gesucht, ein US-Mechaniker hat sie inspiziert, ich habe sie mir zum 40. Geburtstag geschenkt und bin zur Lufthansa-Basis nach Arizona geflogen“, erzählte der Leiter einer Revisionsabteilung.


Mit dem Gyrocopter in die Luft


An diesem Wochenende konnte man aber auch auf unkonventionelle Art in die Luft gehen – beispielsweise mit Gyrocoptern. Immer wieder hoben die Piloten Raid Nitzsche (52) aus Ponstorf und Henning Kado (56) vom Itzehoer Luftsportverein Hungriger Wolf mit ihren Tragschraubern ab: „Das ist wie Motorradfahren in der Luft“, schwärmte Raid Nitzsche. Gunda Kulle (69) aus Faldera flog mit Kado mit: „Man sitzt sozusagen im Freien“, sagte sie begeistert.

Bei einem ganz besonderen Sound reckten alle die Hälse: Wenn Pilot Johann Root den 1000-PS-Sternmotor seiner Antonov 2 zum Start röhren ließ, knipsten die Massen fasziniert das imposante Trumm – der größte einmotorige Doppeldecker der Welt war erneut zu Gast auf dem Flugplatzfest. „Das war klasse, das ganze Flugzeug zittert, vibriert und arbeitet“, meinten Petra und Klaus Dieckmann (47) aus der Böcklersiedlung begeistert nach ihrem Flug mit dem Oldtimer. Auch Hubschrauber, Motorflugzeuge und Segelflugzeuge starteten im Minutentakt mit ihren Passagieren. Der Tower zählte etwa 350 Starts – mehr als am Hamburger Flughafen am Tag. Wer auf dem Boden blieb, konnte trotzdem gefühlt fliegen – im Boing-Flugsimulator.

Ganz abenteuerlich erlebte Andrea König (48) aus Hamburg diesen Tag: Sie sprang mit Yorck Vettereck aus dem Helikopter und schwebte mit ihrem Tandem-Master am Fallschirm aus 3000 Meter Höhe gen Boden. „Das war großartig“, strahlte sie entzückt. Gutgelaunt zog Organisator Dr. Gerwin Dienger Bilanz: „Es ist unfassbar, solche Menschenmassen. Das ist vom Programm und vom Zulauf her das beste Fest seit Jahren.“

Der NDR hat auf dem Flugplatzfest einen 15-minütigen Beitrag gedreht. Er wird am heutigen Montag um 18 Uhr im NDR-Fernsehen gezeigt.




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