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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2017 | 22:47 Uhr

Bunsenstrasse : Fliegerbombe im Gewerbegebiet

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei der Sondierung für einen Neubau bei der Wäscherei Dygutsch fanden Experten eine 125 Kilogramm schwere Bombe

von
erstellt am 04.Aug.2017 | 08:15 Uhr

Neumünster | Der Zweite Weltkrieg ist schon seit 72 Jahren beendet, doch seine explosiven Hinterlassenschaften schlummern immer noch knapp unter der Erdoberfläche. Das erlebte jetzt die Firma Dygutsch, die ihr Textilreinigungszentrum an der Bunsenstraße um eine 1000 Quadratmeter große Halle erweitern will. Bei der Untersuchung des Untergrunds auf Kampfmittel wurde neben zwei Stabbrandbomben auch eine amerikanische 250-Pfund-Fliegersprengbombe gefunden.

„Die war offenbar nur zum Teil explodiert und darum geborsten wie eine geschälte Banane. Sie stellte aber immer noch eine Gefahr dar, denn der Zünder war noch intakt, und es waren auch etwa 25 Kilogramm Sprengstoff vorhanden“, sagte Oliver Kinast, der Verantwortliche für die Kampfmittelräumung in Schleswig-Holstein. Der Kampfmittelräumdienst (KMR) ist beim Landeskriminalamt angesiedelt und hat seinen Sitz in Groß Nordsee bei Kiel.

Die Experten vom KMR entfernten den Zünder und bargen die Bombenreste aus etwa zwei Metern Tiefe. Das ist Routine und kostet den Bauherrn Lothar Dygutsch nichts. Die Kosten für die Gefahrenerkundung durch den KMR anhand von Luftaufnahmen und die anschließende Sondierung durch die Neumünsteraner Firma Krebs & Wendt wird Dygutsch aber bezahlen müssen. Er rechnet mit einem höheren vierstelligen Betrag. „Wenn ein Verdacht besteht, dann untersuchen Firmen wie wir“, sagte Jörn Claussen von Krebs & Wendt. Die Bombe wurde mit Hilfe einer mehrere Tage dauernden geomagnetischen Oberflächensondierung aufgespürt und dann vorsichtig freigelegt. Unerwartet kommt der brisante Fund nicht. Dygutsch: „Wir liegen in der Einflugschneise zum Ausbesserungswerk der Bahn und zur AEG, die im Zweiten Weltkrieg strategische Angriffsziele waren.“

Neumünster gehört zu den 90 gefährdeten Gemeinden im Norden

Die Kampfmittelverordnung nennt 90 Gemeinden in Schleswig-Holstein mit bekannten Bombenabwürfen. Neben Neumünster sind das im Umland Bönebüttel, Brügge, Großenaspe, Kaltenkirchen, Padenstedt, Ruhwinkel, Schillsdorf, Tasdorf und Wankendorf. Dort ist es Pflicht, vor  Baumaßnahmen eine  (kostenpflichtige) Auskunft über mögliche Kampfmittelbelastungen einzuholen. Wer bauen will, sollte sich frühzeitig um die Bescheinigung bemühen. Das kann bis zu acht Wochen dauern.

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