Neumünster : Flaniermeilen aufpeppen

Lutz Konetzny (links) und Artur Lesniak werden ein Schaufenster zu dem Neumünsteraner Boxprofi Peter Weiland dekorieren.
Lutz Konetzny (links) und Artur Lesniak werden ein Schaufenster zu dem Neumünsteraner Boxprofi Peter Weiland dekorieren.

Die Arbeitsgruppe „Pop up–Pep up“ des Netzwerkes „Die Nähmaschine“ dekoriert seit einem Jahr leer stehende Schaufenster.

shz.de von
12. Januar 2018, 18:06 Uhr

Neumünster | Eigentlich sollte gestern ein Schaufenster in einem leer stehenden Geschäft in Proppes Gang von der Arbeitsgruppe „Pop up – Pep up“ des Netzwerkes „Die Nähmaschine“ zum Thema Boxen neu gestaltet werden. Doch der Knock-Out kam schon vor der Ladentür: Vor zwei Tagen wurde ein neuer Mieter für den Leerstand gefunden.

„Das bestätigt unseren Erfolg“, ist sich Karl-Peter Weiland von der Arbeitsgruppe sicher. Vor einem Jahr haben sich Neumünsteraner aus den unterschiedlichsten Berufen zusammen geschlossen, um Schaufenster von leer stehenden Läden im Stadtzentrum mit originellen Dekorationen zu bestücken. Insgesamt vier solcher Fenster sind seitdem am Kleinflecken, an Proppes Gang und in der Lütjenstraße aufgepeppt worden.

„Wir wollen damit Flanierlücken schließen“, so Weiland. Das bedeutet: Im Stadtbild sollen keine unbeleuchteten, abgeklebten Ladenfenster zu sehen sein. Damit soll der Standort attraktiv gehalten und möglichem Vandalismus vorgebeugt werden. Da in regelmäßigen Abständen umdekoriert und nach dem Rechten gesehen wird, können zum Beispiel Probleme mit einer tropfenden Leitung schneller entdeckt werden.

„Die Fenster kommen bei den Passanten an, sie bleiben stehen. Durch die Aufmerksamkeit kann es zu schnelleren Vermietungen kommen“, erklärte Immobilienmakler Boris Weder, der das Gebäude an Proppes Gang nach einem Jahr vermieten konnte. Ab 1. Februar wird dort eine Anlaufstelle des ambulanten Pflegedienstes „Das Pflegetrio“ eröffnet. Das bedeutet, dass die Ausstellung in den beiden Schaufenstern in den nächsten Leerstand umziehen kann.

„Dekoriert wird immer zu einem bestimmten Thema, aber die Verbindung zur Textilstadt Neumünster darf in keinem Fenster fehlen“, macht Weiland deutlich. Es wurden unter anderem die Themen Keramik, Fallschirme und Schneiderei aufgegriffen. Kreiert werden die Schaufenster von verschiedenen Fachleuten. Rund 400 von ihnen haben sich freiwillig in einer Datenbank des Netzwerkes „Die Nähmaschine“ erfassen lassen und können angefordert werden, wenn ihre Fachkenntnisse gefragt sind. Einer von ihnen ist der Ladenbauer und Designer Lutz Konetzny, der die Rückwände aller Deko-Schaufenster fertigt. Zum Thema Boxen wurde der ehemalige Boxer Artur Lesniak angesprochen. Gezeigt werden soll die Ausrüstung des Einfelder Europameisters Peter Weiland sowie das Plakat mit der Ankündigung zu dem Kampf, der ihm 1969 den Titel bescherte. Ein neuer Ort für das Fenster werde nun gesucht. „Ziel ist es, alle rund 40 Leerstände in der Stadt mit Leben zu füllen“, so Karl-Peter Weiland, der auch der Neffe des Boxprofis ist. Ideen für die Zukunft gibt es schon: „Wir wollen auch Vereinen und Kunstgalerien die Möglichkeit bieten, sich zu zeigen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen