Neumünster und Umland : Flächenbrandgefahr steigt rasant an

Rund drei Hektar Stroh standen am Gadelander Weg in Husberg in Flammen.
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Rund drei Hektar Stroh standen am Gadelander Weg in Husberg in Flammen.

Schon zehn Äcker im Bereich der Polizeidirektion sind in den vergangenen Tagen abgebrannt.

shz.de von
03. Juli 2018, 08:00 Uhr

Trockenheit und kein Ende in Sicht: Polizei und Feuerwehr warnen eindringlich vor der steigenden Wald- und Flächenbrandgefahr. Die entsprechenden Gefahrenindices könnten Ende der Woche in Schleswig-Holstein in die höchste Stufe 5 rutschen. Zehn Brände registrierte die Polizei im Gebiet der Direktion Neumünster in der vergangenen Woche. Am Wochenende gab es die ersten Feuer auch auf Äckern rund um Neumünster.

So gingen am Sonntag um 13 Uhr die Sirenen in Bönebüttel / Husberg, Tasdorf und Neuenrade. Als die Einsatzkräfte wenig später auf einem Feld am Gadelander Weg in Husberg eintrafen, standen rund drei Hektar Stroh in Flammen. „Dort wurde gedroschen. Allerdings war der Landwirt mit seinem Fahrzeug schon deutlich weiter. Die genaue Ursache ist daher unklar“, so Sebastian Kirchner, stellvertretender Gemeindewehrführer Bönebüttel-Husberg. Auch zwischen Bordesholm und Brügge stand nach Polizeiangaben am Sonntagabend ein Feld in Flammen. Hier hatten die Einsatzkräfte vor allem mit dem Wind zu kämpfen, der die Flammen immer wieder anfachte.

„Landwirtschaftliche Maschinen, aber auch Fahrzeuge mit Katalysator sollten jetzt nicht auf trockenen Grasflächen abgestellt werden“, mahnt Heiko Kaack, stellvertretender Stadtbrandmeister in Neumünster. Ganz wichtig sei auch, Zigarettenkippen und Flaschen nicht einfach in die Landschaft zu werfen. Beides kann im trockenen Gebüsch schnell zu einem Feuer größeren Ausmaßes führen.

Das Problem bei den Wehren ist außerhalb von geschlossenen Ortschaften oder bebautem Gebiet oft die Wasserversorgung. Nicht selten müssen dann hunderte Meter Schläuche ausgerollt werden. Die sechs Freiwilligen Feuerwehren in Neumünster sind derzeit verstärkt im Einsatz, um Wasserentnahmestellen wie Rohr- und Feldbrunnen zu vermerken und zu kontrollieren. „Wir haben bei der Wehr in Gadeland extra auch einen Adapter, um zum Beispiel Feldbrunnen der Bauern nutzen zu können“, sagt Heiko Kaack, der in Gadeland auch Wehrführer ist.

Keine Frage: Das Sommerwetter lockt in den Garten und Grillfreunde haben Hochkonjunktur. Doch auch hier gilt höchste Achtsamkeit, vor allem bei Wind. „Die Glut fliegt nicht selten einige Meter weit. Deshalb sollte ein Grill immer auf festen Untergrund und windabgewandt stehen“, rät Heiko Kaack. Und: Am besten Wassereimer für den Ernstfall bereithalten. Ganz tabu sind derzeit Abflammgeräte, die in Baumärkten und Warenhäuser verkauft werden, um Unkraut mit Hilfe von Flammen zu vernichten. Immer öfter sind die Geräte Auslöser für Flächenbrände. Erst in der vergangenen Woche setzte in Gadeland ein Bewohner seine Hecke versehentlich damit in Brand.

Für Heiko Kaack ist Vorsicht das Gebot der Stunde. „Wer einen Brand bemerkt, sollte sofort die Feuerwehr rufen. Je kleiner der Brand beim Eintreffen ist, desto leichter und schneller kann die Gefahr gebannt werden.“

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