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Holsteinischer Courier

24. November 2017 | 21:44 Uhr

Messe Nordjob : Firmen werben kräftig um Azubis

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

2200 Schüler treffen in der Holstenhalle auf der Berufsfindungsmesse Nordjob auf 55 Unternehmen und Einrichtungen

von
erstellt am 28.Jun.2017 | 09:00 Uhr

Neumünster | Klappern gehört für die Unternehmen bei der Suche nach motiviertem und qualifiziertem Nachwuchs immer mehr zum Handwerk. Das zeigte sich gestern bei der 13. Nordjob-Messe für Ausbildung und Studium in der Holstenhalle.

Während die Fachhochschule Kiel mit ihrem sprechenden und tanzenden Roboter „Emma“ für ihre Hightech-Studiengänge warb, konnte man sich am Stand der Stadtwerke auf einen virtuellen Drohnenflug durch die SWN und ihre Berufswelt begeben. Sandra Grabandt (27) ist zurzeit Werksstudentin bei den Stadtwerken und verpasste Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras bei dessen Messerundgang eine VR-Brille. Das Kürzel steht für Virtual Reality (scheinbare, künstliche Realität). „Ist ja irre!“, entfuhr es dem OB nach dem sehr beeindruckenden Imagefilm mit 360-Grad-Blickwinkel durch die verschiedenen Bereiche der Stadtwerke, wie Bad am Stadtwald, MBA, Kraftwerk oder Lehrwerkstatt.

55 Unternehmen, Institutionen, Berufsfachschulen und Hochschulen präsentieren sich hier auch heute noch von 8.30 bis 14.45 Uhr den Schülern der Vorabgangsklassen. Erwartet werden insgesamt etwa 2200 junge Leute aus Neumünster und den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Segeberg.

Und die Unternehmen müssen sich mehr denn je um den Nachwuchs bemühen. „Angebot und Nachfrage habe sich deutlich zu Gunsten der Bewerber verschoben“, sagte Hans Joachim Beckers, der Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung bei der Industrie- und Handelskammer zu Kiel. Junge Leute hätte heute beste Chancen. Die ausgeprägte Facharbeiterlücke beschere gute Karrierechancen und sichere Arbeitsplätze.

„Der Fachkräftemangel ist nicht mehr Theorie. Er ist da, und zwar richtig kräftig“, bestätigte Tauras. Die Stadt ist selbst Arbeitgeber und Ausbilder und traditionell mit einem eigenen Stand auf der Nordjob vertreten. Carsten Voß und Katja Gorzolka als Ausbildungsleiter von Berufsfeuerwehr und Stadtverwaltung hatten mit Saskia Marker und Vivien Oldewurtel zwei Azubis dabei.

Das gehört zum Nordjob-Konzept: Die Schüler werden nicht nur gut auf die Messe vorbereitet, um in fest vereinbarten Gesprächen bei ihren möglichen Ausbildungsbetrieben zu punkten. Sie treffen hier quasi auf Augenhöhe auch auf Azubis, die am besten von ihrem Alltag berichten können. Saskia Marker: „Ich war schon als Schülerin auf der Nordjob.“

Bei Danfoss am Krokamp gibt man auch jungen Flüchtlingen eine Ausbildungschance. Abdul Karim Rezayi (18) stammt aus Afghanistan, ist angehender Zerspanungsmechaniker und beantwortete die Fragen der Schüler. „Was stellt Danfoss her? Wie lange dauert die Ausbildung? Wie hoch ist die Vergütung?“

Nebenan am Messestand der Deutschen Bahn hatte Kevin Kremming ein gutes Argument für einen gesuchten Beruf. „Lokführer werden gebraucht. Wir Azubis haben bei der Bahn eine Übernahmegarantie“, sagte er und weckte damit das Interesse von Morice Kosak. Der 15-jährige Schüler am Schulzentrum Leezen kann sich ernsthaft vorstellen, Lokführer zu werden.

Für Lutz Kirschberger, den Leiter der IHK-Zweigstelle in Neumünster, ist die Nordjob ein Erfolgsmodell. In Gesprächen mit den Unternehmen vor Ort sei immer wieder zu hören, dass „aus Besuchen auf der Messe tatsächlich Ausbildungsverhältnisse werden“.

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