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Statistik : Finanzen sind mittlerweile fast solide

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Statistisches Amt hat die Schulden und Vermögen der Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein untersucht

Neumünster | Bei Finanzen und Schulden steht Neumünster mittlerweile ganz gut da – jedenfalls im Vergleich mit den anderen drei kreisfreien Städten. Neumünster konnte 2014 als einziges Oberzentrum im Land seinen Schuldenberg ein wenig abtragen, etwa um eine Million Euro. Zum Jahreswechsel (Datenstand ist jeweils der 31. Dezember 2014) stand die Stadt mit 163 Millionen Euro in der Kreide. Dem stand ein Finanzvermögen von 144 Millionen Euro gegenüber. Rein rechnerisch entfielen auf jeden Neumünsteraner ein kommunales Vermögen von 1872 Euro, aber auch Schulden von 2124 Euro. Das ist wohl fast schon solide zu nennen.

Kiel hatte 184 Millionen Euro Vermögen (27 Prozent mehr als Neumünster) und 591 Millionen Euro Schulden (mehr als das Dreieinhalbfache von Neumünster). Flensburg hatte ein Vermögen von 198 Millionen Euro und dafür Schulden von 126 Millionen Euro. Die klare Schuldenhauptstadt im Land ist Lübeck mit 792 Millionen Euro Verbindlichkeiten und einem Finanzvermögen von 386 Millionen Euro.

In dieser Statistik sind nur die sogenannten Kernhaushalte ohne ausgegliederte Bereiche enthalten. Städtische Beteiligungen werden aber mitgerechnet, erläutert Dr. Margarete Haberhauer vom Statistischem Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, das einmal im Jahr diese Daten für die EU erhebt.

Neumünster zum Beispiel ist zu 100 Prozent Anteilseigner bei den Stadtwerken, dem Friedrich-Ebert-Krankenhaus, der Wobau und der Wirtschaftsagentur. „Es gibt aber auch ganz kleine Beteiligungen, zum Beispiel bei der Volksbank. Wir haben da ein oder zwei Genossenschaftsanteile“, sagt schmunzelnd Hans-Günter Szislo, der Leiter des Fachdienstes Haushalt und Finanzen. Das wären 200 oder 400 Euro. Immerhin: Die Verzinsung ist mit 6,5 Prozent hervorragend.

„Schulden sind ein weites Feld“, sagt Neumünsters Kassenhüter Szislo. Es gebe Kassenkredite und Investitionskredite bei der Stadt, und gleiches auch bei den städtischen Beteiligungen. Vergleiche seien selbst zwischen den kreisfreien Städten nur schwer möglich. „Man vergleicht schnell Äpfel mit Birnen“, so Szislo. Flensburg etwa hat sein Technisches Betriebszentrum als Anstalt öffentlichen Rechts aus seiner Bilanz ausgelagert. Szislo: „Wir dagegen führen unser TBZ im städtischen Haushalt.“ Damit seien in der Fördestadt auch die TBZ-Schulden aus dem Haushalt ausgelagert. Flensburg steht nicht zuletzt deshalb – rein optisch - gut da.

Krösus unter den Gemeinden im Land ist übrigens Büttel an der Elbe im Kreis Steinburg. Auf jeden der 35 Einwohner entfällt ein kommunales Finanzvermögen von stolzen 320 000 Euro, das kleine Dorf ist schuldenfrei. Geschuldet ist das den vielen Windkraftanlagen auf Gemeindegebiet.

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erstellt am 18.Aug.2015 | 08:00 Uhr

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