zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

16. Dezember 2017 | 23:51 Uhr

Kunstflecken : Filmwanderung durch die Nacht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach der Veranstaltung sahen die Besucher die Stadt mit anderen Augen.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2015 | 17:00 Uhr

Neumünster | „Gibt es hier heute Abend etwas Besonderes?“ Überrascht blieb Thomas Könnecke mit seinem Hund Genscher an der Bushaltestelle vor Karstadt stehen. Rund 180 Menschen hatten sich am Freitagabend um halb neun vor dem Kaufhaus versammelt und blickten gespannt auf die Fassade. Gleich sollte der erste Kurzfilm starten. Projektor und Lautsprecher waren aufgebaut, Johanna Göb hatte die Gäste begrüßt, als Leinwand diente die Fassade.

Bereits zum dritten Mal war die Hamburger Künstlergruppe „A Wall is a Screen“ mit ihrer Kurzfilmwanderung in Neumünster. Dabei spazierten die Besucher an geeignete Projektionsorte, machen dort Halt, sahen sich einen Kurzfilm an und zogen dann gemeinsam zur nächsten weißen Wand.

Am Freitagabend hatte das dreiköpfige Team etwas ganz Spezielles mitgebracht. Als Grundlage der Filmauswahl diente das Motto der 888.- Jahr-Feier: „Verliebt in Neumünster.“ Insgesamt sieben Kurzfilme über die Schwalestadt und über die Liebe wurden den Zuschauern an sechs verschiedenen Orten geboten.

Los ging es mit einem Imagefilm über die Stadt von 1994. In englischer Sprache, mit deutschen Untertiteln versehen, war da die Rede vom „Lake Einfelder“ und dem „National Airport“. Bereits vor 20 Jahren zeigte sich Neumünster weltoffen.

Amüsiert zogen die Besucher um die Ecke. Auf der Rückseite des Karstadtgebäudes folgten kurze Liebesfilme. Der nächste Halt hieß Lütjenstraße. Hier gab es wieder Erbauliches über Neumünster, das die Organisatoren im Stadtarchiv ausgegraben hatten. „Eine großartige Zusammenstellung“, meinte Susanne Heinrich. Die Veranstaltung erinnerte sie an die Zeit, als im Sagerviertel Filme unter freiem Himmel gezeigt wurden. „Da entsteht eine einzigartige Atmosphäre“, sagte die Neumünsteranerin.

„Toll gemacht“, lautete auch das Urteil von Thomas Könnecke. Er war zufällig in die Veranstaltung geraten und nahm mit seinem Hund an der gesamten Filmwanderung teil. Genscher freute sich über den anderthalbstündigen Spaziergang, und sein Herrchen war begeistert über den Inhalt der Filme: „Vor allem die Beiträge über Neumünster haben mich fasziniert. Da wurden so viele Dinge gezeigt, die heute gar nicht mehr existent sind. Vieles habe ich gar nicht gewusst“, sagte Könnecke erstaunt. Er lebe seit acht Jahre am Kuhberg, jetzt sehe er die Stadt mit anderen Augen, sagte der gebürtige Kieler.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen