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Bordesholm : Filmpremiere: Lehrer sahen „Kleiner König Inklusion“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

200 Zuschauer diskutierten im Bordesholmer Savoy-Kino nach dem Kurzfilm über Schulbegleiter und Schulsozialarbeit

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2013 | 12:53 Uhr

Chancen und Lernerfolge für alle Schüler, ob behindert oder nicht – das soll Inklusion bieten. Zur Veranschaulichung des Themas gab die Arbeitsgruppe Film des Ortsverbandes Bordesholm der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den Kurzfilm „Kleiner König Inklusion“ in Auftrag. Die Filmpremiere mit anschließender Podiumsdiskussion ließen sich rund 200 Besucher am Mittwoch im Savoy-Kino nicht entgehen.

„Wir sind nicht nur für die Inklusion, um eine UN-Resolution, die Deutschland ratifiziert hat, umzusetzen. Wir glauben an die Chancen und positive Lernerfolge, die Inklusion allen Schülern bietet. Aber das wird mehr Geld kosten, als die Bildungsministerien eingeplant haben“, sagen Ute Hecht und Katja Maschmann vom Ortsverband. Der sechsminütige Film „Kleiner König Inklusion“ von Moritz Boll aus Flintbek erhielt großen Beifall. Es wird von einem König berichtet, dem die Bildung seiner Untertanen sehr wichtig war. Sein eifriger Schatzmeister verstand es aber, ihm das Heft aus der Hand zu nehmen. Um Geld zu sparen, vergrößerte er kurzerhand die Klassen. In der Schule ging es drunter und drüber. Der König wurde böse, feuerte den Schatzmeister, verkleinerte die Klassen und stellte einen zweiten Lehrer pro Jahrgang ein. Nun waren alle wieder zufrieden. Damit war der Ausgangspunkt für die Podiumsdiskussion gesetzt.

Den Fragen des Publikums stellten sich Anke Erdmann, Bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Astrid Henke, Lehrerin und stellvertretende GEW-Landesvorsitzende, Benita von Brackel-Schmidt, stellvertretende Landeselternbeiratsvorsitzende der Gemeinschaftsschulen sowie die Therapeutin Katja Werner von Groeling vom Verein für Kindesentwicklung. Moderator war Bernd Schauer von der GEW.

Kritisch betrachtet wurden zum Beispiel die Schulbegleiter. Die tragen dazu bei, Defizite im motorischen, kommunikativen, sozialen, emotionalen und pflegerischen Bereich auszugleichen, um so den Besuch einer allgemeinbildenden Schule oder einer Förderschule zu ermöglichen. Sie unterstützen bei lebenspraktischen Verrichtungen, erledigen die notwendigen pflegerischen Tätigkeiten während der Schulzeit und helfen bei der Orientierung im Schulalltag. Doch Schulbegleiter sind nun einmal keine Zweitlehrer. Nach einhelliger Meinung sind die Schulbegleiter schlecht ausgebildet und schlecht bezahlt. Die Vermittlung des Lehrstoffs bleibe alleinige Aufgabe der Lehrkräfte an den Schulen. Doch aufgrund der derzeitigen Rahmenbedingungen seien die Lehrer im täglichen Umgang mit verhaltensschwierigen Schülern hoffnungslos überfordert. Wie im Staat des kleinen Königs Inklusion wachse der Unmut bei den Lehrkräften, weil sie den vielfältigen Anforderungen aller Kinder immer weniger gerecht werden können. Daher fordert die Bodesholmer GEW-Ortsgruppe unter anderem eine Verbesserung der räumlichen und sachlichen Ausstattung, eine Begrenzung der Klassengröße auf maximal 20 Schüler, den Ausbau der Schulsozialarbeit und eine auf die Inklusion ausgerichtete Lehreraus- und -fortbildung ein. Wer wollte, konnte für die Schleswig-Holsteinische Bildungsministerin Waltraud Wende einen Zettel mit Vorschlägen zur Verbesserung der schulischen Situation abgeben. Die sollen der Ministerin gebündelt in Kürze vom GEW-Ortsverband überreicht werden.

Der Kurzfilm vom König Inklusion wird in der kommenden Woche ins Internet gestellt und kann unter dem Titel aufgerufen werden.
















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