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Integration : Filmfestival soll Vorbehalte abbauen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Verein für Toleranz und Zivilcourage und KDW bringen sechs Dokumentar- und Spielfilme, die zeigen, wie Integration funktionieren kann

von
erstellt am 03.Nov.2015 | 09:00 Uhr

Neumünster | Vorhang auf, Film ab! – Zum ersten Mal seit seinem Bestehen präsentiert sich der Kulturverein am Waschpohl (KDW) am kommenden Wochenende, 6. bis 8. November, mit einem kompakten Filmfestival – und das gleich zu einem hochaktuellen und emotionalen Thema: In sechs Filmen und insgesamt zehn Aufführungen wollen die Veranstalter einen tiefen Einblick in die Sorgen und Ängste von Flüchtlingen geben, ihre dramatischen Lebenswege nachzeichnen aber auch Beispiele aufzeigen, wie sich Vorbehalte gegen „die Fremden“ verflüchtigen und Integration gelingen kann.

„Der Film bietet uns dabei ein ideales Medium, weil wir vergleichsweise unterhaltsam und niedrigschwellig in die Diskussion einsteigen können“, freut sich Ingo Schumann (40), einer der Festivalmacher, auf Reaktionen der Besucher.

Den Festivalorganisatoren ist dabei wichtig, dass die teils preisgekrönten Filme nicht einfach abgespult, die Besucher mit ihren Eindrücken nicht allein gelassen werden. Die insgesamt zehn Vorführungen sind deshalb in ein breites Rahmenprogramm mit Hintergrundinfos aus erster Hand eingebettet. So können die Besucher mit Asylbewerbern sprechen, die sich im Film selbst spielen, oder mit ehemaligen Flüchtlingen diskutieren, die sich heute ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren.

Für Sonntag erwarten die Veranstalter die Regisseurin des preisgekrönten Dokumentarfilms „persona non data“, in dem 14 Menschen die Geschichte ihrer Flucht erzählen und über das teils jahrelange zermürbende Warten auf ihre Asylentscheidung berichten.

Für Sonnabendnachmittag (Beginn 15.45 Uhr) ist darüber hinaus eine Podiumsdiskussion über die Lage der Flüchtlinge im Raum Neumünster geplant. Unter anderem diskutieren Matthias Schwalbe vom Verein „Willkommen in Boostedt“, Jürgen Prade vom „Freundeskreis Asylbewerber Bordesholm“ mit Dr. Ivo Markus Heer von der Flüchtlingsambulanz im FEK und Vertretern der Migrationsberatung, wie Integration erleichtert werden kann. Am Sonntagvormittag berichtet Jörg Hellberg, Leiter des allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) bei der Stadt, im Anschluss an den Spielfilm „Hotel California“ (Start 11 Uhr) über unbegleitete jugendliche Flüchtlinge, die von der Stadt und freien Wohlfahrtsträgern betreut werden.

Das „Filmfest Flüchtlinge“ wird unter anderem vom Förderverein des Flüchtlingsrates Schleswig-Holstein, dem Bündnis gegen Rechts und der Initiative Schüler helfen Leben unterstützt. Der Eintritt zu den Filmen und Diskussionsveranstaltungen ist frei.

DAS PROGRAMM

„Willkommen auf Deutsch“ (Dokumentarfilm, Deutschland  2014, 90 Min.): Freitag, 6. November, 18 Uhr, und  Sonnabend, 7. November, 14 Uhr.

„Süchtig nach Jihad“ (Dokumentarfilm, Deutschland 2014, 106 Min.): Freitag, 6. November, 20.30 Uhr.

„persona non data“  (Dokumentarfilm, Deutschland 2014, 82 Min.) Sonnabend 7. November, 17.30 Uhr, und Sonntag, 8. November, 18 Uhr.

„Im Land dazwischen“ (Dokumentarfilm,  Deutschland 2012, 58 Min.): Sonnabend 7. November , 20 Uhr und  Sonntag, 8. November, 13 Uhr.

  „Hotel California“ (Kurzspielfilm, Deutschland 2015, 30 Min.): Sonntag, 8. November, 11 Uhr.

„Neuland“ (Dokumentarfilm, Schweiz 2015, 95 Min.): Sonntag, 8. November, 15 Uhr und 20.30 Uhr.

Alle Filme werden im Kulturverein am Waschpohl (KDW), am Waschpohl 20, gezeigt.  Im Anschluss an die Vorführungen besteht jeweils Gelegenheit,  den Inhalt mit den Filmemachern, im Film auftretenden Akteuren  oder weiteren Akteuren aus der Flüchtlingshilfe zu diskutieren. Der Eintritt ist frei. Lediglich  für das Konzert der Kieler Crossover-Band „La Selva Mystica“ am Sonnabendabend, 21.40 Uhr, wird ein Eintritt von 5 Euro verlangt.

 Weitere Infos zum Programm gibt es auch im Internet unter  der Adresse:

 tinyurl.com/fff-nms.bl

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