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Holsteinischer Courier

16. August 2017 | 17:08 Uhr

Filme zwischen Wissenschaft und Poesie

vom

Rund 400 Besucher sahen in der Holstenhalle 2 drei Wettbewerbsfilme für das Naturfilmfestival "Green Screen"

Neumünster | Das Rennen um den Publikumspreis des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) beim 7. Internationalen Naturfilmfestival "Green Screen" in Eckernförde ist eröffnet. 400 Courier-Leser wollten am Montagabend in der Holstenhalle 2 die drei ausgewählten Filme der Macher des inzwischen größten Naturfilmfestivals in Deutschland sehen. Die Filme werden an 17 Standorten in Schleswig-Holstein und in Dänemark gezeigt. Auftakt war in Neumünster.

Courier-Redaktionsleiter Thorsten Geil, Festivalleiter Gerald Grote und Festival-Sprecher Michael von Bürk begrüßten die Gäste. Grote las dazu einige flotte Sprüche aus einem vom Festival herausgegebenen Buch vor, die einen Bezug zur Natur haben. "Wir sind das einzige Festival mit einem eigenen Buch", verkündete Grote stolz.

Es folgten die drei Wettbewerbsfilme von je 45 Minuten. "The Niyodo River: A Symphony in Blue" von Yuki Saito und Taki Nishigawa erzählte in herrlich lyrischen Bildern vom Fluss Niyodo, einem der saubersten der Welt. Die Wasserqualität zaubert dort ein ganz besonderes Blau, das die Filmer in ungewöhnlichen Formen kreierten. Eiskristalle am Fluss in allen Farben des Regenbogens, ein Kirschblütenzweig in einem Wassertropfen oder buntes Herbstlaub im Wasser zeugten von höchstem technischem und poetischem Können der Macher. Ihre wunderschöne Glühwürmchen-Parade sorgte für hörbares Entzücken in der Halle.

Der Filmemacher Christoph Hau schild wandte sich "Vorpommerns Auen" zu, einem Landstrich jenseits der bekannten Strände. Eindrucksvolle Bilder entstanden, wie durch Renaturierung wieder Lebensräume für oft schon vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen geschaffen wurden, beispielsweise den Schreiadler oder den Biber. Hauschild zeigte nicht nur tolle Bilder, sondern lieferte vielfältige und detaillierte Informationen zu Tieren und Landschaft.

Der dritte Film schloss den Abend ab: "Vom Kuscheln, Träumen und Schmusen - Erdmännchen" so der Titel über die possierlichen Tiere in der afrikanischen Kalahari-Wüste. Hier stand die Forschung über das ausgeprägte Sozialverhalten der Tiere im Zentrum. Natürlich hatten alle Besucher ihren Spaß, wenn ein "Wächter" in der typisch aufrechten Form seinen Kopf aus der Erdhöhle stecke und ihm bei "Feindfreiheit" die ganze Sippe folgte. Beeindruckend war das Verhalten der Tiere bei Geburten oder in der Abwehr von anderen Erdmännchen-Clans.

So unterschiedlich die drei Filme waren, so unterschiedlich waren auch die Reaktion beim Publikum: Jana Hinz (11) aus Neumünster gefielen die Erdmännchen am besten. "Da konnte ich mitlachen, und es war sehr interessant, was bei der Revierverteidigung und in der Höhle passierte" sagte sie. Ihr Vater Mario (41) war mehr von den Bildern der Japaner begeistert. Er fand die drei Filme "eine ganz tolle Mischung." Für Ernst (79) und Ellna Ziemer (78) aus Neumünster war die Entscheidung einfach: "Vorpommern, das liegt vor der Tür", sagte Ernst Ziemer und bekannte, dass er noch nicht dort war. Beide würdigten die "fantastischen Aufnahmen", konnte aber der Struktur des japanischen Streifens nichts abgewinnen.

Doris Dickow (71) aus Boostedt sah das anders: "Für mich ist der japanische Film der Favorit. Die außergewöhnliche Schönheit der Farben und die technische Entstehung der Bilder beeindruckten mich stark", sagte sie nach der Vorstellung. Von den Wissenschaftlerinnen, die die Erdmännchen begleiteten, hätte sie noch mehr Antworten auf die Fragen erwartet.

Wie das Neumünsteraner Publikum abgestimmt hat, wird hier noch nicht verraten. Nur so viel: Es war sehr, sehr knapp! Erst, wenn nach der Tournee der Siegerfilm feststeht, werden die Ergebnisse aller Veranstaltungen im Courier veröffentlicht.

In der Holstenhalle fand schon zum dritten Mal die Auftaktveranstaltung der sh:z-Tournee statt. Sie war auch immer die Vorführung mit den meisten Zuschauern im Land.

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erstellt am 07.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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