Kinobühne : Filme über menschliche Krisen

Die Dreharbeiten zu „Calvin Fragmenti“ fanden in der Heimatgemeinde der Filmemacher, Henstedt-Ulzburg, und der Umgebung statt.
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Die Dreharbeiten zu „Calvin Fragmenti“ fanden in der Heimatgemeinde der Filmemacher, Henstedt-Ulzburg, und der Umgebung statt.

Am Dienstag werden zwei Streifen über Außenseiter und Beziehungsprobleme gezeigt / Der Courier verlost drei mal zwei Karten

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24. März 2017, 08:30 Uhr

Neumünster | Die Kultveranstaltung Kinobühne geht in die nächste Runde: Am Dienstag, 28. März, wird der Film „Calvin Fragmenti“ der Schleswig-Holsteiner Manuel Ostwald und Philipp Westerfeld gezeigt – ein mitreißendes, spannendes und auch rätselhaftes Werk, das in das Innenleben der Akteure entführt. Wie bisher gibt es zwei Vorführungen auf der Bühne des Theaters um 17.30 und um 20 Uhr. Als Vorfilm wird der Streifen „Am Strand“ gezeigt.

Bei „Calvin Fragmenti“ geht es um Calvin und Fabienne. Sie sind grundverschieden, aber beide Außenseiter. Calvin hat aufgehört zu sprechen; auf einem Campingausflug soll er therapiert werden. Zu der undurchsichtigen Fabienne baut sich eine Spannung auf – bald verbindet sie noch mehr: ein Geheimnis, das nach einem Jahr Verschwiegenheit ans Licht zu kommen droht. Eine fiebrige Reise durch Ängste, Träume und die Erinnerungen an den vergangenen Sommer beginnt: Damals freundeten Calvins Freund Nico und Fabiennes kleine Schwester Emilia sich an, Calvin beobachtete das, fühlte sich aber auch gedemütigt. Fabienne schien ihn damals als Einzige zu verstehen. Ein unausgesprochenes Geheimnis spitzt die Ereignisse der Gegenwart unaufhaltsam zu.

Die Story von „Calvin Fragmenti“ setzt sich aus verschiedenen Teilabschnitten rund um den Protagonisten Calvin zusammen, thematisiert seine Konflikte und seine Entfremdung zur Umwelt. Der Film springt zwischen Zeitebenen hin und her, parallel zur Gegenwart läuft der vergangene Sommer ab. Es wird dabei nicht zwischen Realität und Traum, zwischen Wünschen und Ängsten differenziert. Eine Rolle spielt auch das Märchen „Der Stumme und das Spiegelmädchen“. „Calvin Fragmenti“ ist der erste Langfilm der Regisseure Philipp Westerfeld und Manuel Ostwald, die seit 2009 gemeinsam an Kurzfilmen gearbeitet haben. Sie stammen beide aus Henstedt-Ulzburg, wo ein großer Teil von „Calvin Fragmenti“ gedreht wurde. Unterstützt wurden sie von der Filmwerkstatt Kiel und lokalen Sponsoren. Während es sich als äußerst schwierig erwies, ein Spielfilmprojekt mit kleinem Team und knappen Budget zu stemmen, wurde jedoch eine freie und besondere Arbeitsweise möglich. Mit viel Durchhaltevermögen hatte das Team 25 Drehtage im Spätsommer 2014.

Der Vorfilm „Am Strand“ ist von Nele Mueller-Stöfen. In 19 Minuten erzählt er eine dichte Geschichte sehr leicht und beiläufig. Es geht um Laura und Clemens, die in ihrem Urlaub auf die nette Familie von nebenan treffen; Laura beschließt spontan, so zu tun, als ob sie blind ist. Clemens findet das nicht gut, spielt aber mit. Die Paare führen nette Gespräche. Doch Laura steigert sich immer mehr in ihre Rolle hinein, und Clemens weigert sich, weiter mitzuspielen – die Situation eskaliert. „Am Strand“ setzt sich komplex und spannend mit Beziehungsroutine, Krisen und der Furcht vor der Zukunft auseinander.

Für beide Vorstellungen gibt noch Karten (4 Euro) im Kulturbüro am Kleinflecken, Tel. 9 42 33 16. Der Courier verlost für seine Leser drei mal zwei Karten für die Abendvorstellung. Wer am Montag, 27. März, von 12 bis 12.30 Uhr eine Mail mit dem Betreff „Kinobühne“ an die Mailadresse redaktion.neumuenster@shz.de schickt, hat Chancen zu gewinnen. Beantwortet werden muss eine Frage: Aus welcher Gemeinde stammen die Filmemacher? In der Mail sollte auch eine Handynummer für Rückfragen genannt werden.

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