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Holsteinischer Courier

24. Oktober 2017 | 08:32 Uhr

Sparkasse : Filial-Aus trifft Stadtteile hart

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Böcklersiedlung, Brachenfeld, Gartenstadt ohne Sparkasse: Stadtteilvorsteher sehen die Älteren als Verlierer

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2013 | 06:30 Uhr

Die angekündigte Schließung der Sparkassen-Filialen in der Gartenstadt, der Böcklersiedlung und in Brachenfeld-Ruthenberg zum 15. Januar kommenden Jahres (der Courier berichtete) sorgt für Ärger und Enttäuschung in den Stadtteilen.

„Die finanziellen Probleme des Geldinstituts werden auf dem Rücken der Kunden ausgetragen“, kritisiert Uwe Holtz, Stadtteilvorsteher von Brachenfeld-Ruthenberg. Gerade ältere Kunden könnten nicht so einfach weitere Wege zurücklegen oder aufs Online-Banking im Internet umstellen. Die Filiale an der Hauptstraße sei gut besucht gewesen, hat er beobachtet. „Da wurde man mit viel Herzlichkeit empfangen – und es wurde noch plattdeutsch gesprochen.“ Der Service bleibe jetzt auf der Strecke. „Ich kann jedem nur raten, sein Konto dort zu kündigen“, so Holtz.

Auch in der Gartenstadt steht die Sparkasse vor dem Aus. Die Filiale an der Röntgenstraße wird schließen, die Eröffnung einer neuen Filiale steht nicht in Aussicht. „Ich kann verstehen, dass die Sparkasse wirtschaftlich denken muss, aber die Schließung eines weiteren Nahversorgers trifft unseren Stadtteil sehr hart“, sagte Stadtteilvorsteher Horst Kunz gestern. Die Umorientierung auf die Filialen in Tungendorf und am Kuhberg sei für viele Menschen keine Alternative, da oft gerade ältere Mitbürger in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt seien.

„Die Leute werden sich ab Januar jeden Gang zur Bank zwei Mal überlegen. Zum Glück bleibt uns noch ein Geldautomat vor Ort erhalten. Man muss also nicht jedes Mal in die Innenstadt fahren, wenn man zehn Euro abheben möchte“, so Kunz. Abschließend sagte er, das Fehlen der Sparkasse werde sich negativ auf die Attraktivität seines Stadtteils auswirken.

„Wir sind nicht erfreut, können aber wohl nichts machen“, sagt Rolf Schaks, der Beiratsvorsitzende im Stadtteil Böcklersiedlung/Bugenhagen. Kaufmännisch sei die Entscheidung der Sparkasse verständlich, aber dennoch eine „zweischneidige Sache“. Ein Dienstleister ziehe sich aus der Fläche zurück – wie zuvor schon die Post, die Polizei und die Volksbank im Stadtteil. Junge Leute nutzten heute Automaten und das Online-Banking, für die ältere Generation, die lebendige Menschen am Schalter erwarten, werde es schwer. Schaks will klären, ob die Sparkasse zumindest einen Geldautomaten und ein Terminal aufstellen wird.

 

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