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Caspar-von-Saldern-Haus : „Fianchetto“ begeisterte mit Spiel und launigen Ansagen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Bläserquintett trat im ausverkauften Caspar-von-Saldern-Haus auf – und bot ein sehr lehrreiches Konzert.

Neumünster | Ja, es sieht ganz einfach aus, wenn Elke Andersen in ihre Querflöte bläst und dem Instrument die schnellsten Triller und die weichsten Klänge entlockt. Pusten allein reicht da allerdings nicht. Das war den 102 Besuchern im ausverkauften Caspar-von-Saldern-Haus bereits nach dem ersten Stück, einem Menuett von Mozart, klar. Auf der Bühne standen neben der Flötistin Elke Andersen, der Fagottist Lothar Palmer, der Klarinettist Mirko Brandes, Arne Gruetzmacher mit der Oboe und der Hornist Thilo Jaques. Zusammen bilden die fünf klassisch ausgebildeten Musiker das Kammermusikensemble mit dem klangvollen Namen „Bläserquintett Fianchetto“.

Neben ihren äußerst professionellen Darbietungen zeichneten sich die fünf Instrumentalisten durch launige Ansagen und liebevolle Sticheleien untereinander aus. Da musste sich eine schmunzelnde Elke Andersen schon mal anhören, dass sie „einfach pustet“, wenn Fagottist Lothar Palmer auf der Bühne die Unterschiede der einzelnen Blasinstrumente erklärte, und da freute sich das Publikum, wenn die Flötistin schwierige Stellen der „Sciarada Spagnuola“ vom holländischen Komponisten Jurriaan Andriessen (1925-1996) anschaulich als „viele kleinen Schweinereien“ beschrieb.

„So charmante, hochkarätige Musiker, die es verstehen, ihrem Publikum klassische Musik mit großer Freude und Leichtigkeit nahe zu bringen, habe ich selten erlebt“, sagte Monika Krebs und spielte damit auf die kenntnisreichen, zum Teil sehr amüsanten Ansagen der Künstler an. Keinen schriftlichen Ablauf des Konzertes, dafür jede Menge kleiner Anekdoten und Erklärungen zu den Werken und deren Komponisten lieferte „Fianchetto“.

Auch der Programmablauf war gut nachvollziehbar: In chronologischer Reihenfolge stellte das Kammermusikensemble Tänze vom Barock bis in die Neuzeit vor. Die Besucher, einige von ihnen ohne klassische Vorkenntnisse, waren begeistert. Immer wieder gluckste es vor Freude im Publikum – etwa beim rasanten Säbeltanz vom armenischen Komponisten Aram Khatchaturian (1903-1978), gekonnt arrangiert von Thilo Jaques. „Ich finde es total toll, dass auch diese Musik beim Kunstflecken ihren Platz findet“, meinte Gunda Behrens begeistert. Sie sei auch deshalb ein großer Kunstflecken-Fan, weil es diese ungewöhnlichen Kooperations-Konzerte gäbe, bei dem das Publikum neugierig auf neue Musik gemacht werde, so die Aukrugerin. Am Sonntagabend arbeiteten die Verantwortlichen vom Förderverein des Caspar-von Saldern-Hauses mit den Leuten vom Kunstflecken zusammen. Und sie machten ihre Sache gut.  


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