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Tipps vom Tierschutzverein : Feuerwerk und Böller: Hund und Katze im Silvester-Stress

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Haustiere reagieren auf die Knallerei zum Jahreswechsel ängstlich und verstört. Der Tierschutzverein gibt Tipps und mahnt zur Rücksicht beim Böllern.

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erstellt am 30.Dez.2015 | 17:58 Uhr

Neumünster | Silvester ohne Feuerwerk? Für viele Neumünsteraner ist das undenkbar. Waldi, Katz und Sittich versetzt die laute Knallerei mit Böllern und Raketen  jedoch jetzt schon oft in Panik. Für Haustiere bedeutet der Jahreswechsel  Stress pur.

„Wenn  angefangen wird mit der Knallerei, laufen die Tiere schon mal in Panik fort und landen dann bei uns im Tierheim“, sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Gisela Bünz.  18  Hunde und etwa 70 Katzen, dazu weitere Kleintiere wie Kaninchen leben zurzeit in der Tierauffangstelle an der Geerdtsstraße im Stadtwald. „Wir sind hier eine kleine Insel im Wald, aber trotzdem ist die Knallerei laut genug. Die Tiere hören den Krach viel stärker als Menschen. Sie sehen den Feuerschein. Das regt sie auf“, sagt Gisela Bünz.

Heute werden daher die Außenkäfige auf der Anlage geräumt. Die Hunde kommen in die Innenzwinger. Außerdem passt mit  Olaf Schmüser – wie in den Vorjahren – ein ehrenamtlicher Helfer auf. Er hält quasi Stallwache in der Auffangstelle. „Die Tiere sind schon sehr aufgeregt, auch wenn die Knallerei sehr weit weg ist“, sagt Schmüser. „Wer sich Tierfreund nennt, sollte nicht knallen. Mein eigener Hund traute sich früher vor Angst kaum unter dem Bett hervor“, sagt Gisela Bünz.

Im nahen Tierpark sorgt sich die zoologische Leiterin Verena Kaspari vor allem um Fluchttiere wie die Sika-Hirsche. „Sie reagieren am empfindlichsten auf den Lärm “, sagt sie. Wo es möglich ist, werden die Tiere in der Silvesternacht in Stallungen und geschlossenen Räumen untergebracht.

„Viele Hunde haben panische Angst, fressen nicht mehr, zittern, jaulen  und gehen nicht mehr raus“, weiß Tierarzt Dr. Johannes Frahm von der Tierklinik in Wasbek. Da helfen oft nur vom Tierarzt verordnete Medikamente. Vor einer Selbstmedikation mit Mitteln, die über das Internet bezogen werden, kann er nur warnen. Schlimmer als die psychischen Folgen seien aber auch mögliche Verletzungen, etwa wenn ein Hund nach einem Böller oder Blindgänger schnappt. Vergiftungen durch das Pulver oder Verletzungen durch verschluckte Raketen- oder Böllerhülsen seien eine weitere Gefahr. Frahm hat eine weitere Bitte: „Auf keinen Fall Raketen in der Nähe von Pferdekoppeln abfeuern!“

Damit der Start ins neue Jahr auch für die Vierbeiner möglichst ruhig verläuft, hat der Tierschutzverein  auf seiner Internetseite www.tierauffangstelle.de ein paar Tipps zusammengestellt. Die wichtigsten lauten:

- Tiere haben einen ausgeprägten Gehörsinn und reagieren auf die lauten Geräusche und grellen Lichtblitze oft verängstigt  und sollten daher an Silvester nicht allein gelassen werden.

- Katzen sollten Silvester und Neujahr nicht aus dem Haus gelassen werden. Aus Angst vor dem Knallen der Feuerwerkskörper könnten sie sich sonst verkriechen und tagelang nicht aus ihrem Versteck hervorkommen.

- Hunde sollten nicht ohne Leine laufen gelassen werden.

- Zu Hause sollten keine Haustüren oder Fenster geöffnet sein, durch die die Tiere in Panik flüchten könnten.

- Den Hund während des Feuerwerks auf gar keinen Fall  mit auf die Straße nehmen.

- Das Radio oder den Fernseher leise einschalten, um die lauten Geräusche von draußen etwas zu übertönen.

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