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Feuerwehr-Wettkampf : Feuerwehrleute gehen an ihre Grenzen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stefan Kanschat und André Wesemann von der Berufsfeuerwehr messen sich heute in Berlin mit den fittesten Feuerwehrleuten aus ganz Deutschland.

Ihr Ehrgeiz ist groß. Im April erklommen André Wesemann (33) und Stefan Kanschat (30) beim Treppenlauf für Feuerwehrleute in einem Berliner Hochhaus in knapp sieben Minuten 39 Etagen. Sie erreichten gemeinsam den 28. Platz von über 350 Mannschaften und wurden damit bestes Team aus Schleswig-Holstein (der Courier berichtete). Nun wollen die beiden Oberbrandmeister der Berufsfeuerwehr Neumünster noch eine Stufe weiter gehen. Bei den 6. Berliner Feuerwehr-Wettkämpfen auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof treten die beiden heute getrennt in fünf Disziplinen gegen über 200 Teilnehmer aus ganz Deutschland an. Ihr Ziel: Sie wollen beide einen Platz unter den besten 60 erreichen und sich damit für die Europameisterschaft qualifizieren.

Fünf Stationen müssen sie dafür in voller Montur und mit Atemschutzgerät so schnell es geht meistern. Gestartet wird am Fuße eines zwölf Meter hohen Turmes. Dort hinauf soll ein 19 Kilo schweres Schlauchpaket getragen, anschließend ein weiteres Paket nach oben gezogen und abgelegt werden. Wenn die beiden vom Turm heruntergekommen sind, müssen sie mit einem vier Kilo schweren Hammer jeweils ein Gewicht von 72,5 Kilo über eine Strecke von 1,50 Meter nach hinten schlagen. Das Gewicht darf dabei nicht den Hammerstiel berühren. Vorletzte Station ist ein 42,5 Meter langer Slalomkurs. Ihn gilt es zu absolvieren, ohne eine Pylone zu vergessen oder umzureißen. Am Ende des Slalomkurses müssen beide ein Strahlrohr aufnehmen und mit dem bereits mit Wasser gefüllten Schlauch 22,8 Meter nach vorne laufen, eine Schwingtür passieren und mit dem Wasserstrahl ein Ziel treffen. Schließlich muss noch eine 80 Kilo schwere Puppe rückwärts mit einem Rettungsgriff 30 Meter weit gezogen werden.

Mehrere Wochen haben sich Kanschat und Wesemann auf den Wettkampf vorbereitet. Immer wieder bauten sie auf dem Gelände der Feuerwache an der Wittorfer Straße einen entsprechenden Parcours auf, jagten den Schlauchturm hoch und runter und über den Hof. „Man geht an seine Leistungsgrenze. Vor allem die letzte Aufgabe ist noch mal eine Herausforderung. Die Puppe ist nach dem Parcours richtig schwer“, erklärte Stefan Kanschat beim abschließenden Training am Mittwoch. Zuletzt lag bei beiden die Bestzeit bei 2 Minuten und 15 Sekunden. Das würde nach den Vorjahresergebnissen knapp für den 60. Platz reichen. Der Sieger im vergangenen Jahr in Berlin war nach 1 Minute und 41 Sekunden im Ziel. „Wir sind die fittesten Feuerwehrleute des Nordens, trainieren täglich im Alltag Kondition, Kraft und Ausdauer“, sagten beide. Vor ihrer Abfahrt in die Hauptstadt zeigten sie sich optimistisch, das gesteckte Ziel zu erreichen: „Wir packen das!“

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erstellt am 06.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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