Feuerwehr plant ihre Zukunft

Feuerwehrchef Sven Kasulke  will die Rettungsdienste in Neuumünster für die Zukunft wappnen
Feuerwehrchef Sven Kasulke will die Rettungsdienste in Neuumünster für die Zukunft wappnen

Eine Arbeitsgruppe soll herausfinden, wie Rettungsdienste schlagkräftig bleiben

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23. Juli 2015, 06:30 Uhr

Neumünster | Der demografische Wandel geht auch an den städtischen Rettungsdiensten nicht vorbei: Auf Initiative von Feuerwehrchef Sven Kasulke soll eine Arbeitsgruppe aus Berufswehr und den sieben Freiwilligen Feuerwehren der Stadt berufen werden, die sich Gedanken darüber macht, wie der Rettungsdienst in 10 oder 20 Jahren aussehen muss, um seine Schlagkraft zu erhalten.

„Wir können den gesellschaftlichen Wandel nicht umbiegen, also müssen wir das System anpassen“ , brachte Kasulke es im Brandschutzausschuss auf einen kurzen Nenner. Die Notwendigkeit zum Handeln ist für den obersten Brandschützer der Stadt unverkennbar: Treffen die Prognosen für Neumünster zu, wird sich die Einwohnerschaft in den kommenden 15 Jahren dramatisch wandeln. Die Zahl der Alten nimmt zu, die der Jungen geht drastisch zurück, insgesamt wird die Bevölkerung schrumpfen. Aus Sicht der Feuerwehren bedeutet das weniger Nachwuchs, ein höheres Durchschnittsalter der Einsatzkräfte bei vermutlich steigenden Einsatzzahlen: Denn mehr ältere Bürger bedeuten für die Retter auch mehr internistische Einsätze.

Hinzu kommt der schleichende Wertewandel in der jungen Generation: Jugendliche wollten auch weiterhin helfen, dafür aber nicht mehr zehn Jahre in Ausbildung gehen oder sich einem Verband anschließen, unterstrich Kasulke. Die geplante Arbeitsgruppe soll jetzt Wege aufzeigen, wie sich die Feuerwehren künftig entwickeln müssen oder wie das Rettungssystem umgebaut werden muss, um auf diese Trends zu reagieren. Ob langfristig dabei auch Feuerwehren fusionieren sollten, ließ Kasulke offen.

Der Brandschutzausschuss begrüßte die Initiative einhellig und will sich regelmäßig über Ergebnisse der Arbeitsgruppe informieren lassen.

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