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Streit bei der Wehr : Feuerwehr Mitte verliert Vorstand

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jens Stölten lässt sein Amt als stellvertretender Wehrführer ruhen. Marc Kutyniok von der Berufsfeuerwehr übernimmt.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 08:30 Uhr

Dieser Vorgang ist in der 151-jährigen Geschichte des Stadtfeuerwehrverbandes einmalig: Die Freiwillige Feuerwehr Neumünster Mitte steht ohne Führung da. Damit die Einsatzfähigkeit gewahrt bleibt, muss die Berufsfeuerwehr jetzt in die Bresche springen.

Schon im Sommer trat bei der Freiwilligen Wehr der Wehrführer Torsten Petermann zurück. Nun verlässt auch der stellvertretende Wehrführer Jens Stölten den Vorstand. „Er lässt seine Ämter ruhen, ist aber weiterhin Teil der Wehr“, sagte der Leiter der Berufsfeuerwehr, Branddirektor Sven Kasulke, auf Nachfrage des Couriers. Die Berufsfeuerwehr wird bis auf weiteres die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Neumünster Mitte übernehmen. „Wir wollen die Wehr nicht aufgeben. Wir haben dort 70 gute Leute“, so Kasulke. „Wir erhoffen uns von der Maßnahme eine Beruhigung der Situation“, sagt er.

Jens Stölten lässt sein Amt ruhen, da es innerhalb der Wehr persönliche Probleme gibt. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt hervor. Stölten selbst war auf Nachfrage zu keiner Stellungnahme bereit. Auch nicht zu der Frage, was das für sein Amt als ehrenamtlicher Stadtbrandmeister bedeutet. Stölten hatte es erst Ende April als Nachfolger des langjährigen Amtsinhabers Dr. Klaus-Peter Jürgens übernommen.

Die Berufsfeuerwehr hatte sich als Streitschlichter angeboten. Mehrere Gespräche mit dem Vorstand der freiwilligen Wehr hätten leider nicht zum Erfolg geführt. Es würden aber weitere Gespräche geführt, betont Sven Kasulke. Ziel sei es, die Freiwillige Feuerwehr für die Zukunft neu aufzustellen. Wehrführer Torsten Petermann hatte – wie berichtet – bereits im Sommer die Wehr „aus persönlichen Gründen“ verlassen und sich komplett aus dem Ehrenamt der Freiwilligen Feuerwehr zurückgezogen.

Da nun keine Wehrführung durch Ehrenbeamte mehr vorhanden ist, übernimmt die Berufsfeuerwehr die Leitung. Dies geschieht in Absprache mit dem Innenministerium. Dieses tritt dabei als Rechtsaufsicht auf. „Der Vorgang ist rechtlich absolut korrekt. Der Rest ist Angelegenheit der kommunalen Selbstverwaltung“, sagt Ministeriumssprecher Dirk Hundertmark gegenüber dem Courier. „Wir werden diverse Gespräche führen. Die Wehr muss jetzt wieder zu sich finden“, erklärt auch Stadtsprecher Stephan Beitz.

Ab Montag, 16. Oktober, soll Brandamtmann Marc Kutyniok nun die Leitung in Neumünster Mitte übernehmen. Für eine Stellungnahme war er gestern nicht zu erreichen. Klar ist, dass die Wehr mittelfristig wieder selbstständig sein soll. „Wenn auf der nächsten Jahreshauptversammlung ein Vorsitzender und ein Stellvertreter von den Feuerwehrmännern gewählt wird, können diese beiden durch den Rat zu Ehrenbeamten erhoben werden“, so Stephan Beitz. Dann wäre die Leitung wieder bei der Freiwilligen Wehr verankert.

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