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Boostedt/Rickling : Feuerwehr ist keine Männersache mehr

vom

Immer mehr Frauen engagieren sich aktiv. In einem Lehrgang zum Feuerwehranwärter packen gleich acht Frauen mit an. Dennoch Nachwuchssorgen.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 07:40 Uhr

Boostedt/Rickling | Nachschub für die Freiwilligen Feuerwehren im Amt Boostedt-Rickling: Seit einigen Wochen absolvieren 27 Männer und acht Frauen aus den Gemeinden des Amtes sowie fünf Wahlstedter Kameraden die Ausbildung zum Feuerwehranwärter.

"Der Lehrgang hat fast doppelt so viele Teilnehmer wie beim letzten Mal", freute sich Ausbildungsfachwart Michael Strate. Besonders positiv bewertete er das wachsende Engagement der Frauen. "Ich plädiere immer für Frauen in der Wehr. Die sind gut. Manches kann eine weibliche Hand auch besser", erklärte er.

Ganz gleich ob Mann oder Frau, die Neuen sind beim Üben voll bei der Sache. "Bisher hat noch niemand unentschuldigt gefehlt. Alle sind mit Diensteifer und Spaß dabei", lobte der Fachwart die Truppe. 70 Stunden Freizeit investieren die Kameraden im Alter zwischen 16 und 47 Jahren, um einsatzfähig zu werden.

Unter ihnen ist auch Nadine Rohweder (31) aus Boostedt. Die Kinderkrankenschwester wurde von ihrem Mann "angesteckt". "Ich habe mir das sechs Jahre lang angeguckt und Spaß daran bekommen", erzählte sie.

Beim ältesten Neuling, Eike Lau (47) aus Rickling, war es dagegen eher Zufall. "Eigentlich sollte ich nur die Homepage der Wehr übernehmen, doch dann hatte ich auch Freude am aktiven Dienst", erklärte der Elektroniker.

Und so wird nun also geübt was das Zeug hält. Das heißt in der Praxis,: Aufbau eines Löschangriffs sowie Knoten und Mastwurf beherrschen. Es werden Schläuche ausgerollt - und auch sauber wieder eingerollt. Der Umgang mit dem Funkgerät wird vermittelt, und auch die gute alte Kübelspritze kommt zum Einsatz. "Manchmal haben wir es schon schwerer, weil wir kleinere Hände haben. Vieles ist aber eher Übung und Technik", berichtete Yvonne Poluchowitz (33) aus Kleinkummerfeld.

Zum Einsatz am Gerät kommt dann noch jede Menge Theorie, denn das Wissen um Unfallverhütung und Gefahren an der Einsatzstelle kann im Ernstfall lebenswichtig sein. Unterstützt werden die "Azubis" von versierten Ausbildern aus den Ortswehren. Sie helfen, wenn einmal etwas nicht so klappt, und zeigen, wie es richtig geht, wenn ein Handgriff gar nicht gelingen will.

Für den Einsatz der "alten Hasen" hatte der stellvertretende Amtswehrführer Tobias Welzk großes Lob. "Das gefällt mir alles sehr gut. Die Ausbilder sind top. Super, dass sich alle so für die Ausbildung einsetzen", sagt er.

Die große Abschlussübung für die künftigen Feuerwehrfrauen- und männer ist für den 17. Juni in Heidmühlen angesetzt. "Das schaffen die alle", meinte Michael Strate überzeugt.

Trotzdem, auch diese 40 zukünftigen Aktiven werden als Nachfolger in den Wehren nicht ausreichen. "Boostedt ist zum Beispiel mit mehreren Leuten dabei. Aber im Schnitt kommen auf jede der zehn Gemeindewehren nur zirka zwei Neue. Wir brauchen jedoch deutlich mehr Einsatzkräfte", warb Strate für den Dienst in der Feuerwehr.

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