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Gefangener legt Brand : Feuer in JVA Neumünster – 21 Personen verletzt

vom

21 Menschen sollen bei dem Brand verletzt worden sein - einer muss reanimiert werden. Spoorendonk war vor Ort.

shz.de von
erstellt am 03.Mär.2015 | 15:31 Uhr

Neumünster | In der JVA in Neumünster hat es am Dienstag gebrannt. Das Feuer brach gegen 13.15 Uhr im B-Haus der Justizvollzugsanstalt aus. Ein 24-jähriger Gefangener hatte sich mit dem Mobiliar in seinem Haftraum verbarrikadiert und dieses in Brand gesetzt.

Die umgehend zu Hilfe eilenden Bediensteten des Allgemeinen Vollzugsdienstes leisteten erste Hilfe. Der Gefangene sowie 20 Mitarbeiter der Anstalt erlitten Rauchgasvergiftungen und wurden ins Krankenhaus gebracht. Der 24-jährige Gefangene musste reanimiert werden. Der Brand wurde durch die Feuerwehr umgehend gelöscht.

Das Motiv des Mannes war zunächst unklar. Es habe zuvor keine Anzeichen dafür gegeben, dass der Mann vorhatte, ein Feuer zu legen, sagte Anstaltsleiterin Yvonne Radetzki. Da die Häftlinge rauchen dürfen, sei es durchaus üblich, dass sie etwa Feuerzeuge in ihren Zellen haben. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden.

Der Gefangene befand sich seit dem 12. Februar dieses Jahres aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Itzehoe in Haft. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des schweren Raubes ermittelt. Der Gefangene war allein in dem Haftraum untergebracht. Er kannte die Haftsituation aus früherer Inhaftierung. Die Kriminalpolizei ermittelt. Anzeichen für Fremdverschulden liegen bisher nicht vor.

Neben der Berufsfeuerwehr Neumünster wurden Polizei, Rettungsdienst, freiwillige Wehren, SEG und sogar Rettungsdienste auch aus dem Kreis Segeberg und aus Bordesholm alarmiert.

Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW) fuhr am Nachmittag nach Neumünster. „Ich habe mir vor Ort selbst einen Überblick verschaffen wollen und bin umgehend in die JVA gefahren“, sagte sie. „Mir war auch wichtig, mich mit den Bediensteten über die Situation zu unterhalten.“ Sie dankte den JVA-Mitarbeitern für ihr „beherztes Eingreifen“ und wünschte allen Verletzten eine schnelle Genesung.

Die Ministerin war wegen ihres Umgangs mit der Geiselnahme in der JVA Lübeck an Heiligabend politisch unter Druck geraten.

Blaulichtmonitor



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