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Bewohner gerettet : Feuer in Erstaufnahme in Boostedt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vier Menschen wurden verletzt. Der Bürgermeister ist sauer über mangelnde Information.

Boostedt | Ein Feuer in einem unbewohnten Zimmer schreckte gestern Nacht die Bewohner eines Gebäudes in der Boostedter Flüchtlingserstaufnahmestelle auf. Nach Angaben der Polizei wurde der Brand gegen 1 Uhr durch eine Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes entdeckt. Das Sicherheitspersonal sorgte dafür, dass das betreffende Gebäude umgehend evakuiert wurde. Untergebracht sind in diesem Haus zurzeit 115 Menschen. In der gesamten Unterkunft waren gestern 1789 Flüchtlinge.

Beim Eintreffen der Feuerwehr hatten Mitarbeiter des Sicherheitspersonals und einige Bewohner des Gebäudes das Feuer bereits unter Kontrolle gebracht. Dennoch wurden vier Helfer leicht verletzt. Zwei Mitarbeiter im Alter von 29 und 37 Jahren sowie ein 27-jähriger Iraker und ein 18-jähriger Syrer erlitten eine leichte Rauchgasvergiftung. Sie kamen vorsorglich ins Krankenhaus. Nach einer Belüftung konnte das Gebäude wieder freigegeben werden. Das ausgebrannte Zimmer wurde jedoch beschlagnahmt. Der entstandene Schaden liegt bei 10.000 Euro.

Die Kriminalpolizei Bad Segeberg hat die Ermittlungen aufgenommen. Aus der Pressestelle der Polizei hieß es dazu, dass man nach ersten Erkenntnissen von einer fahrlässigen oder vorsätzlichen Brandstiftung ausgehe. Vermutlich habe ein Flüchtling das betroffene Zimmer kurz zuvor unbefugt benutzt.

Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund oder einen technischen Defekt gebe es nicht. Allerdings habe ein Bewohner des Hauses kurz vor dem Feueralarm einen Mann mit südländischem Erscheinungsbild gesehen, der aus dem besagten Zimmer kam. Hinweise zu diesem Vorfall nimmt die Kriminalpolizei Bad Segeberg unter Tel. 04551/8840 entgegen.

Aus Sicht der Feuerwehr, die mit 50 Einsatzkräften aus den Wehren Boostedt, Kleinkummerfeld, Groß Kummerfeld, Braak, Latendorf, Großenaspe und Willingrade vor Ort war, lief der Einsatz problemlos ab. „Die festgelegte Alarmierungskette hat reibungslos funktioniert“, bestätigte dazu Amtswehrführer Jörg Nero auf Anfrage.

„Der Raum ist unbrauchbar. Aber ich habe heute erst einmal nur geschaut, dass niemandem etwas passiert ist. Natürlich haben alle einen ordentlichen Schreck bekommen. Aber von Ängstlichkeit oder Panik ist unter den Bewohner bisher nichts zu spüren“, berichtete die Leiterin des DRK-Betreuungsdienstes, Maria von Glischinski. „Ich persönlich vermute Fahrlässigkeit als Ursache für den Brand. Dass ein Außenstehender den Brand gelegt hat, kann ich mir nicht denken, denn auf das Gelände kommt man nur nach Vorlage eines Ausweises rauf. Aber ich möchte der Polizei natürlich nicht vorgreifen. Hier gilt es, die Ermittlungen abzuwarten“, sagte Boostedts Bürgermeister Hartmut König (CDU).

Richtiggehend wütend mache ihn jedoch mittlerweile der fehlende Informationsfluss. „Die Zwischenfälle häufen sich. Aber ich werde nicht über diese unterrichtet. Das war bei dem Norovirus in den vergangenen Tagen so, und ebenso verhält es sich jetzt mit dem Brandfall. Ich erwarte, dass das Innenministerium hier umgehend Abhilfe schafft und entsprechende Informationsketten aufbaut, die die Gemeinde umfassend mit einschließen. Denn bei mir laufen zahlreiche Anfragen auf, und ich bin hier vor Ort in der Verantwortung. Es kann nicht sein, dass ich auf inoffizielle Zuträger angewiesen bin“, erklärte er.  

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