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Hilfe beim Kita-Brand : Feuer in der Kita: Ein Leitfaden soll helfen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gemeinsam mit weiteren Experten hat der Landesfeuerwehrverband Informationen für Wehren und für Erzieher mit wertvollen Tipps erstellt.

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2015 | 05:30 Uhr

Neumünster | Das letzte Feuer in der Kindertagesstätte Schwedenhaus am Meßtorffweg ist zwar schon rund 15 Jahre her. Dennoch ist der Ernstfall hier– ebenso wie in den anderen Einrichtungen in der Stadt – regelmäßig Thema und wird von Kindern und Erziehern geprobt. Der Kontakt zur Feuerwehr ist eng. Seit gestern haben sowohl die Einsatzkräfte und als auch die Kitas es dabei sogar noch leichter: Auf Betreiben des Landesfeuerwehrverbandes wurden in zweijähriger Arbeit von Fachleuten ein Feuerwehrleitfaden sowie ein Informationsblatt für Kindertageseinrichtungen mit Kindern unter drei Jahren mit wertvollen Tipps herausgegeben. Gestern stellten Jörg Taube, Fachleiter Brandverhütung beim Landesfeuerwehrverband, seine Kollegin Ilona Dudek, Jörg Asmussen, Leiter Fachdienst frühkindliche Bildung, Sven Kasulke, Leiter der Berufsfeuerwehr sowie Kita-Leiter Jens Christian Schümann in der Kita Schwedenhaus die Broschüren vor.

Hintergrund für die beiden Veröffentlichungen, die landesweit an die Wehren beziehungsweise an über 1700 Kitas verteilt werden, ist die stetig wachsende Zahl der Krippengruppen. Sowohl die ganz kleine Kinder unter drei Jahren als auch Kinder mit Behinderungen haben oft Probleme beim Laufen und können Gefahren nicht richtig einschätzen. Immer wieder machten sich laut Jörg Taube Fachleute der Feuerwehr auf Tagungen darüber Gedanken und stellten sich ebenso wie die Erzieher die Frage: „Wie kriegen wir die Kleinen bei Gefahren schnell raus? Wie kann man bereits vor dem Ernstfall sinnvoll vorbeugen?“

Im Landesfeuerwehrverband brachte man deshalb diejenigen zusammen, die sich bereits mit dem Thema beschäftigt hatten und nutzte die Erfahrungen. Mit dabei waren unter anderem Peter Kleinjung, der sich einst als Feuerwehrmann bei der Berufsfeuerwehr Neumünster dieses Thema auf die Fahnen geschrieben hatte. Heinrich Kühl, Gemeindewehrführer aus Wasbek, hatte schon Pionierarbeit geleistet und Kitas bei der Entwicklung von Räumungskonzepten geholfen. Jörg Asmussen brachte Erfahrungen sowohl als ehemaliger Kitaleiter als auch als Feuerwehrmann bei der Wehr Stadtmitte mit ein.

Der elfseitige Feuerwehrleitfaden „Kindertageseinrichtungen mit Kindern unter drei Jahren“ , der größtenteils von der Provinzial-Versicherung finanziert wurde, befasst sich unter anderem mit der Vorsorge, der Zusammenarbeit zwischen Kita und Wehr, der baulichen Ausstattung und unterschiedlichen Übungen. Die Kitas wiederum erhalten mit Unterstützung von der Unfallkasse Nord und dem Sozialministerium ein doppelseitiges Papier, auf dem sich auch eine Checkliste befindet, um im Erstfall gut aufgestellt zu sein.

Die 20 Kleinsten aus der Kita Schwedenhaus und ihre Erzieherinnen zeigten den Gästen gestern, dass sie bereits alles im Griff haben. Als der schrille Alarm ertönte, liefen beide Gruppen ganz ruhig ins Freie, die Kinder hielten sich dabei an den Händen beziehungsweise an einem Seil fest, so wie sie es gelernt hatten. „Wir bilden eine Kette“, sangen einige lauthals. Niemand weinte. Beim Nachzählen anhand von Karten mit Foto waren schlussendlich alle vollzählig. Sollte – wie vor 15 Jahren nach einem technischen Defekt im Keller – bei ihnen mal wieder ein Feuer ausbrechen, wären sie bestens vorbereitet.

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